Impressionen vom 2. LCHF Kongress

MiriamAllgemein, Reviews, Wissen4 Comments

Es ist doch später geworden, als ich vor hatte. Mein Nachbericht zum zweiten LCHF Kongress. Denn leider hatte das Leben andere Pläne als ich. Eine unerwartete Situation in der Familie verlangte meine ganz Aufmerksamkeit, so dass ich erst jetzt dazu gekommen bin, die zwei wunderbaren Tage in Düsseldorf Revue passieren zu lassen. Ich hoffe, das tut deinem Lesegenuss keinen Abbruch!

Der 2. LCHF Kongress in Düsseldorf

Am 17. war es so weit: Der zweite deutschsprachige LCHF-Kongress fand in Düsseldorf startete. Nachdem der 1. Kongress im Februar 2017 so erfolgreich war, wurde dieses Jahr sogar noch ein Tag dran gehängt. Es war ein Wochenende voll gepackt mit den verschiedensten Vorteilen, die LCHF und verwandte Ernährungsformen mit sich bringen und intensiven Gesprächen.

Samstag, 17. Februar 2018 – Tag 1

Gegen 9:20 Uhr, nach dem die Teilnehmer sich registriert und mit frischem Kaffee gestärkt hatten, eröffnete Moderatorin Nadine Pungs wie schon im letzten Jahr den Kongress. Sie kündigte die in der LCHF-Szene bestens bekannte Ökotrophologin Ulrike Gonder an. Aber statt des geplanten Vortrags zum Thema „Futter fürs Hirn!“, startete sie eine kleine Showeinlage, ihre „Nutrition Slam“. Wortgewandt dichtete sie „Für die anderen“, was einem mit einer eingeschränkten Sichtweise auf gesunde Ernährung entgeht. Der Saal war hellauf begeistert. Und damit jeder etwas von der Begeisterung hat, ist das Video auf YouTube zu finden:

Futter fürs Hirn – Stressfreie Demenzprophylaxe (Ulrike Gonder)

Nach einer kurzen Pause ging Ulrike Gonder dann zu ihrem Vortrag über. Die einfachsten Dinge zu vergessen, Verwandte und Freunde nicht mehr erkenne – das gehört wohl zu den größten Ängsten der Menschen. Und die ist nicht ganz unbegründet: In Deutschland leben aktuell fast 1,6 Millionen Demenzkranke, Tendenz steigend. Ulrike Gonder zeigt sehr eindrücklich auf, wie eine stark kohlenhydratbetonte Ernährung zu einer Insulinresistenz erst im Körper und schleichend auch im Gehirn sorgt. Die Folge: Während es im Körper zu einem Überfluss an Insulin kommt, leidet das Gehirn an einem Insulinmangel, was das Lernen einschränkt.

Neueste Studien zeigen auf: Je mehr Glucose verzehrt wird, desto stärker die Alzheimererkrankung. Die gute Nachricht: Demenzkrankheiten sind vermeidbar, bzw. wenn sie schon eingetreten sind, ist es möglich den Verlauf zu verlangsamen. Und das durch eine kohlenhydratreduzierte Ernährung, z. B. nach LOGI. Zusätzlich sollten verstärkt Kokosöl oder MCT Öl gegessen werden, damit der Körper und das Gehirn selbst Ketonkörper produzieren können, die die Gehirnzellen in ihrer Funktion unterstützen. Fazit: Das richtige Essen nicht vergessen! Mehr zu dem Thema  kannst du übrigens in ihrem aktuellen Buch „Essen! Nicht! Vergessen!“ nachlesen.

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Immunabwehrsteigerung mit Hilfe der TCM-Diätetitk (Daniela Pfeifer)

Von Fakten zu fühlbaren Einflüssen der Jahreszeiten auf unser Befinden und unser Immunsystem. Die österreichische Diabetologin Daniela Pfeifer zeigt wie im letzten Jahr auf, wie sich eine Low Carb-Ernährung mit der Traditionellen Chinesischen Medizin vereinen lässt, um das Beste aus beiden Welten zu kombinieren. Dieses Mal mit dem Schwerpunkt „Immunabwehrsteigerung mit Hilfe der TCM-Diätetitk“. Der größte Unterschied zur westlichen, faktenbasierten Ernährung ist, das in der TCM auf die Wirkweise der Lebensmittel geachtet wird. So bevorzugen wir im Sommer kühlende Lebensmittel wie Salat, Carpaccio oder Joghurt, im Winter wärmende Lebensmittel wie Chili, Suppe, Eintöpfe.

Die Kraft der Immunabwehr ist nicht nur von der richtigen Auswahl an Lebensmitteln abhängig, sondern auch von den Jahreszeiten. So empfiehlt Daniela Pfeifer in den sogenannten DOJO-Zeiten, den Übergängen von einer zur nächsten Jahreszeit, die Ernährung langsam umzustellen. So sollte z. B. ab Mitte August vermehrt wärmende, suppig/saftige Zubereitung wert gelegt werden, um die Immunabwehr auf den kommenden Winter vorzubereiten. Im Frühjahr helfen frische Keimlinge und junges Gemüse, den Körper langsam wieder zu aktivieren und dynamisieren. Es macht eindeutig Sinn, sich auch um die nicht messbaren, sondern fühlbaren Eigenschaften von Essen einzulassen und so den Körper zu unterstützen.

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Diabetes mit LCHF heilen?! (Julia Tulipan)

Die nächste Rednerin war Biologin Julia Tulipan. Sie stellte in dem Vortrag die Ergebnisse einer 12-Wochen-Pilotstudie vor, die sie zusammen mit Daniela Pfeifer durchgeführt hat. Sie wollten zeigen, dass eine LCHF-Ernährung mit minimalen Betreuungsaufwand einen positiven Einfluss auf die Gesundheit Typ 2-Diabetikern und Prä-Diabetikern hat. Und die Zahlen beeindrucken: 79% der Teilnehmer konnten ihren Langzeitzucker-Wert HbA1c um durchschnittlich 1 Prozentpunkt senken und sogar 86% der Teilnehmer konnten ihren BMI und die Triglyceridwerte senken.

Die Teilnehmer wurden während der Studie Julia Tulipan, Daniela Pfeifer sowie zwei Ärzten betreut. Neben den für sich sprechenden Zahlen konnten die beiden auch aufzeigen, dass ihr Vorgehen, mit wenigen Vor Ort-Treffen, die Coaching-Einheiten und Messungen beinhalten, für unterschiedlichste Gruppengrößen machbar ist. Abgerundet wurde der Vortrag von Julia Tulipan durch eine direkt anschließende Podiumsdiskussion mit Julia Tulipan, Daniela Pfeifer und Hanna Boëthius, Ernährungsexpertin und Typ 1-Diabetikerin.

Iss dich gesund – Innovative Ernährungsstrategien bei Rheuma (Dr. Anne Fleck)

Nach der Mittagspause ging es mit einem weiteren bekannten Gesicht weiter: Dr. Anne Fleck, bekannt aus dem Fernsehen als „Ernährungsdoc“. Die Medizinerin beeindruckt mit ihrer klaren, aber ganzheitlichen Linie. Schon gleich am Anfang appelliert sie dafür, Ernährung pragmatisch und faktenbasiert zu diskutieren, aber gleichzeitig die Seele mit an Board zu nehmen. Ihr Ziel: Nicht schlank, sondern gesund. Denn auch bei schlanken Personen sind die sogenannten stillen Entzündungen, also die, die nicht schmerzen, eine der Hauptursachen für Herzinfarkt. Ihr Ansatz: Diese Entzündungen mit guten Fetten und einem gestärktem Darm bekämpfen. Denn 80% der Immunzellen sitzen im Darm. Gleichzeitig betont sie: „Rheuma lässt sich nicht alleine durch gesunde Fette kurieren.“

Die Kombination aus einfachen, ehrlichen, unverfälschten Lebensmittel, hochdosiertem Omega 3 und Schulmedizin helfen, Rheuma positiv zu beeinflussen. Sie bringt ihren Patienten bei, die 3 W’s des Essens zu beachten: Was, wie und wann esse ich. Denn nicht nur das richtige Essen, sondern auch die Uhrzeit haben einen Einfluss auf unser Wohlbefinden. So wird der Darm durch Rohkost am Abend extrem gestresst, während dieses morgens oder mittags genossen weniger Auswirkungen hat. Heutzutage wird das „Wie“ oft missachtet. Langsames, gründliches Kauen und dabei die achtsame Wahrnehmung, wie selbst eine einzelne Rosine schmeckt und riecht, wie sie sich anfühlt. Und schlechte Gedanken fasten. Sich selbst betrachten und annehmen. Ganzheitlich eben.

Direkt im Anschluss leitete Nadine Pungs eine Diskussionsrunde mit Kerstin Koranda und Carola Schröder ein. Beide sind Ernährungscoaches und leiden an unterschiedlichen Rheumaformen. Jahrelanger Ärztemarathon und wenig Linderung brachten sie zu LCHF, wodurch sie Linderung erfuhren. Ihre eigenen Erfahrungen motivieren sie, ihr Wissen an Betroffene weiterzugeben.

Was abnehmen mit Glücklichsein zu tun hat (Romina Scalco)

Der nächste Agendapunkt: Romina Scalcos Vortrag „Was abnehmen mit Glücklichsein zu tun hat“. Meine liebe Freundin und Kollegin nimmt die Anwesenden mit auf eine Reise durch ihr Leben. Ein Spruch, den wohl viele im Saal kennen, begleitet sie über viele Jahre: „Iss weniger und beweg dich mehr – dann klappt das auch mit dem Abnehmen“. Früh in ihrem Leben lernt sie, das Essen sich eignet, um Kontrolle auszuüben. Über ihren Körper, ihre Gefühle. Als Trostpflaster, zum Betäuben. Sie nimmt die Zuschauer mit in den Kreislauf aus Scheitern, Selbstkontrolle, Zwang und Enttäuschung, zeigt auf, dass Diät eben nur ein Konzept ist. Und sich nicht einfach auf das komplexe System Mensch anwenden lässt.

Der Spruch ihres Freundes „Ich finde dich nicht mehr schön“ hat ihr den – wie sie selbst sagt – dringend benötigten Tritt in den Hintern gegeben. Sie findet zu LCHF, nimmt ab. Und lernt gleichzeitig, dass es nicht reicht, das Essen zu ändern. Denn Glück ist keine Zahl auf der Waage. Glück steckt in dir selbst. Denn Hunger ist manchmal mehr, als das Zeichen des Körpers, das es Zeit ist, etwas zu essen. Sie erklärt vier verschiedenen Hungerarten: Der Insulinhunger, der laut bekannter Werbung zur Diva macht. Der körperliche Hunger, der manchmal einfach nur Durst ist. Der Situationshunger, wie abends vor dem Fernseher, nach dem Abendessen. Und dann der emotionale Hunger. Denn erst wenn die Seele anderes Futter bekommt, durch Freude, Stimulation und Ziele, erst dann wird der Körper willig sein, seine Schutzschicht loszulassen. Du möchtest mehr dazu erfahren? Dann empfehle ich dir Rominas Buch „Schlank gleich Glücklich?Was abnehmen mit Glücklichsein zu tun hat„.

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Nach der emotionalen Achterbahnfahrt des letzten Vortrags, in dem man teilweise eine Stecknadel im Saal hätte fallen hören können, kam die Kaffeepause gerade recht. Die Teilnehmer stärkten sich mit dem Kaffee, Tee und Gemüsesticks, belagerten den Bücherstand vom Expert Verlag und erkundeten das Angebot der Aussteller. Von Ernährungsplänen über Atemketonmessgeräten, über kohlenhydratarme Backmischungen bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln und Kokosöl war für jeden Geschmack etwas dabei.

Stark gegen Stress: Low-Carb-kompatible Kräuter, Wurzeln und Knollen (Dr. Sabine Paul)

Dr. Sabine Paul, Molekular- & Evolutionsbiologin, nimmt wie schon im letzten Jahr die Zuschauer mit auf eine Entdeckungsreise, was gegen Stress hilft. Letztes Jahr waren es Aromaöle und Atemübungen. Dieses Jahr zeigt sie, wie die gezielte Auswahl und Zubereitung von Nahrungsmitteln im Alltag helfen, den Körper gegen Stress zu wappnen. Sabine Paul nutzt Adaptogene, Pflanzenstoffe, die dem Körper helfen, sich erhöhten Stresssituationen anzupassen. So z. B. Kurkuma oder die Maca-Knolle. Wobei letztere nur dann ihre volle Wirkung entfalten kann, wenn sie in den widrigen Bedingungen ihrer Heimat Peru auf 4000m Höhe gewachsen ist, und nicht in einem Gewächshaus in Hamburg. Blitzhelfer sind der zweite Pfeiler: Beruhigenden Aromaöle wie die Angelikawurzel und Vetiverwurzel. Kräuter, Wurzeln und Knollen wirken dreifach: Als Stress-Puffer, bei der Stressbewältigung und sie reparieren Stress-Schäden bzw beugen ihnen aufgrund ihrer antioxidativen und antientzündlichen Wirkung vor.

Da viele Knollen- & Wurzelgemüse eher kohlenhydratlastig sind, werden sie in der Low Carb-Küche eigentlich selten eingesetzt. Um nun ihre tollen Eigenschaften doch nutzen zu können, gibt es eine einfachen und altbekannte Zubereitungsmöglichkeit: Die Fermentation. So wird der Glucosegehalt von Möhren innerhalb von 8 Tagen um 95% reduziert, die enthaltene Fructose immerhin um 42%. Sabine Paul zeigt verschiedene Beispiele für Fermente, die zusätzlich zu Stressreduktion auch den Darmbakterien als wichtige Nahrung dienen. Eine gesunde Darmflora ist wiederum unter anderem notwendig, um ein hohes Level der sogenannten Glückshormonen Dopamin und Serotonin zu ermöglichen. Mit ein paar einfachen und interessanten Rezepten rundet Sabine Paul den Vortrag ab.

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Die unterschätzte Bedeutung der Muskulatur (Christian Rumerskirch)

Als letzter aber ebenso spannender Punkt steht der Vortrag „Die unterschätzte Bedeutung der Muskulatur“ von Christian Rumerskirch an. Der Experte für differenziertes Krafttraining lebt seit acht Jahren ketogen. Als er dem Saal erklärt, dass er an ca 10-14 Tagen im Jahr die Sau rauslässt, erwarten wohl viel Orgien mit Zucker und Fastfood. Weit gefehlt, in dem Zeitraum lebt er Low Carb. Damit hat er das Staunen und die Lacher auf seiner Seite. Rumerskirch stellt schnell klar, dass er mit Krafttraining nicht die extreme Form des Bodybuildings meint. Auch die Aussage von Frauen, die im Fitnessstudio anfangen „Aber ich will keine Muskeln aufbauen!“ entkräftigt er sehr schnell. Es geht nicht um Muskelberge, sondern um die gezielte Förderung der Muskulatur. Denn diese steigert die Lebensqualität, sorgt möglichst lange beschwerdefrei bis ins hohe Alter zu sein. Und Krafttraining beugt dem Muskelabbau vor sowie der Verringerung der Knochendichte vor.

Rumerskirchs wohl wichtigster Tipp für alle Abnehmwilligen: Trainiert Euren Rücken und Bauch! Nicht in erster Linie, um noch mehr Kalorien zu verbrennen – obwohl das nicht schadet – sondern, um den Rücken zu stärken. Denn je mehr Fett verloren geht, desto weniger stützt dieses die Wirbelsäule. Ohne den Aufbau von Muskelmasse drohen Bandscheibenvorfälle! Und vom physischen Aspekt abgesehen, trägt eine gesunde Muskulatur auch dazu bei, die Psyche stark zu halten.

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Mit diesem beeindruckenden Vortrag ging Tag 1 des Kongresses zu Ende. Wer wollte, konnte im Nachgang noch eine Stunde Lachyoga mit meiner Freundin und Kollegin Wibke May besuchen. Warum? Lachen entspannt, baut Stress ab. Und es funktioniert! Einfach herrlich, wie ansteckend das Lachen ist.

Sonntag, 18.02. – Tag 2

Der zweite Kongresstag startete mit einer weiteren Bekannten. Julia Gruber, Ernährungscoach, zeigte mit ihrem Vortrag „Leaky Gut – was nun“ mit welchen Test ihr Mann Roman und sie den „löchrigen Darm“ diagnostizieren und was sie empfehlen, um den Darm wieder zu stärken. Denn der Darm ist der Sitz des Immunsystems. Wenn dieser selbst auf gesunde Lebensmittel mit Entzündungen reagiert, dann leidet die gesamte Gesundheit und Lebensqualität. Julia Gruber empfiehlt für die ersten Zeit die Ketogene Ernährung, wobei aber das Gemüse nicht vergessen werden sollte.

Aber auch hier ist es wichtig zu wissen: Wer immer wieder dieselben Lebensmittel isst, riskiert, gegen eben diese Intoleranzen zu entwickeln. Um dies zu vermeiden und den Spaß am Essen nicht zu verlieren sollte Abwechslung auf den Tisch! Julia Gruber sieht fünf Erfolgsfaktoren für einen gesunden Darm: Die Analyse, worauf genau der Darm reagiert und ob eine Bakterienfehlbesiedlung vorliegt, eine Anpassung des Lebensstils, die richtigen Nährstoffe zuführen, ggfs vorübergehend auch per Suppemente und Probiotika, um den Darm zu stärken.

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Die ketogene Ernährung und das Gehirn

Vom Darm zum Gehirn. Marina Lommel, Gründerin des Startups Foodpunk, nimmt das Publikum in ihrem Vortrag mit in die Funktions- & Wirkweise der extrem kohlenhydratreduzierten Ernährung. Sie zeigt die biochemischen Grundlagen auf, damit alle Anwesenden die Grundzüge verstehen. Im nächsten Schritt erklärt sie die Makronährstoffverteilung, mit denen der Körper in die Ketose gebracht werden kann. Auch erklärt sie, warum es in den Medien oft heißt, dass eine ketogene Ernährung sehr anstrengend und einseitig ist. Der Grund liegt in den Ernährungsplänen für Kinder, die aufgrund einer medikamentenresistenten Epilepsie die ketogene Ernährung verfolgen, um so eine Reduktion der Anfälle bis hin zur Anfallsfreiheit erreichen können. Wenn man dann sieht, dass zum Frühstück 15g Toast, 45g Banane, 30g Schinken, 62,5g fettarme Milch, 5g Rapsöl und 18,5g MCT Öl auf dem Plan stehen, ist es verständlich.

Dass es aber auch lecker und gesund geht, zeigt sie anhand einiger Fotos ihrer eigenen Rezepte, in denen Gemüse die Hauptrolle spielt. All das, um die Vorteile der ketogenen Ernährung zu genießen: Verbesserter Energiestoffwechsel, Unterstützung für die Mitochondrien, Entzündungsreaktionen werden gemindert und noch mehr. Wer den gesamten Vortrag lesen möchte, findet ihn unter foodpunk.de. Neben dem Vortrag konnten die Teilnehmer im Vorraum mehr zu Marina Ernährungsplänen erfahren und ein paar ihrer Backmischungen probieren.

Die ketogene Ernährung in der Medizin der letzten 220 Jahre (Prof. Dr. Ulrike Kämmerer)

Die nächste Rednerin, Prof. Dr. Ulrike Kämmerer, ist Biologin und Forscherin zum Thema Krebs an der Universitäts-Frauenklinik in Würzburg. Sie war Mit-Initiatorin einer der ersten klinischen Studien über ketogene Ernährung bei Krebs überhaupt. Oftmals heißt es, dass es zu wenig klinische Belege zur Wirkweise der ketogenen Ernährung. In ihrem Vortrag geht sie auf „Die ketogene Ernährung in der Medizin der letzten 220 Jahre“ ein. Eine beeindruckende Reise durch die Geschichte, die eindeutig zeigt, dass es an Belegen nicht mangelt, höchstens am Willen, diesen Weg zu verfolgen.

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In der anschließenden Diskussionsrunde erzählen Stefanie und Stefan Ehrenfels über ihren Weg zu Keto. Stefanie erkrankte 2011 an Brustkrebs und erhielt das volle Programm der Therapie. Als 2014 Knochenmetastasen hinzukamen, hat sich das Paar entschlossen die ketogene Ernährung zur Unterstützung der laufenden Standardtherapie auszuprobieren. Damit nicht doppelt gekocht werden musste, stellte ihr Mann mit um. Dank der ketogenen Ernährung konnte Stefanie die Behandlung besser verkraften und ist mittlerweile 3,5 Jahre progressionsfrei, anstatt der von den Ärzten prognostizierten 15 Monate. Sie macht viel Sport, arbeitet als Yogalehrerin und geht viel Joggen. Auf ihrem Blog Steffis-KetoKitchen4Health erzählt sie ihre Geschichte, teilt Rezepte und macht stellt Informationen zu Keto bei Krebs gesammelt zur Verfügung.

Vitamin D und Fett – an den Haaren herbeigezogen?

Nach der Mittagspause ging der Kongress in die letzte Runde. Es stand noch ein Redner auf dem Programm. Er bezeichnet sich selbst als hochinfektiösen Gesundheitserreger, möchte er doch möglichst viele Menschen anstecken, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. In „Vitamin D und Fett – an den Haaren herbeigezogen?“ zeigt Prof. Dr. Jörg Spitz auf, dass beide Vitalstoffe in der Evolution des Menschen eine wichtige Rolle gespielt haben – und bis heute inne haben. Mit seinem typischen Humor hält er die Zuschauer bei der Stange und erklärt ihnen, dass jedes Leben eine gesunde Umwelt, das passende Biotop, zum gedeihen braucht.

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Für die Entwicklung des Menschen ist die Mutter das erste und beste Biotop, denn das Kind bekommt im Uterus die richtige Ernährung und sichere Umwelt. Der Contergan-Skandal zeigt jedoch eindeutig, was schief gehen kann, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt dieses Biotop gestört wird. Aber auch kleine Dinge wie der aus der Balance laufende Omega 6 zur Omega 3 Genuss, beeinflussen die Gesundheit. Spitz zeigt auf, wie Epigenetik, also die Schnittstelle zwischen Gene und Umwelt wirkt und wie diese heute, trotz einiger nicht mehr optimaler Begebenheiten beeinflusst werden kann. So senkt z. B. ein hoher Vitamin D Spiegel den Langzeitzuckerwert. Und was die richtigen Fetten ermöglichen, haben schon die Vorredner eindringlich aufgezeigt. Prof Spitz appelliert an die Anwesenden: „Aktivieren Sie Ihren inneren Arzt!“. Denn Der menschliche Körper hat bereits alles, was nötig ist, um sich selbst zu heilen, wenn ihm die richtigen Zutaten gegeben werden.

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Zum krönenden Abschluss gaben die Organisatorinnen, Margret Ache und Iris Jansen bekannt, dass es dank des großen Andrangs auch nächstes Jahr wieder den LCHF Kongress geben wird. Also schon vormerken:

23. und 24. Februar 2019!

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Über den Autor

Miriam

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Ich heiße Miriam Hoffbauer, bin Jahrgang ’78 und ernähre mich seit Dezember 2014 kohlenhydratarm. Auf ketoVida teile ich meine Erfahrungen mit der ketogenen Ernährung und wie diese auch dir auf dem Weg zu einem gesunden und schlanken Leben helfen kann.

4 Kommentare zu “Impressionen vom 2. LCHF Kongress”

    1. Ganz lieben Dank für das Kompliment, Vivian! Das motiviert sehr. Zumal ich Bedenken hatte, dass es doch etwas zu lang geworden ist.
      Liebe Grüße,
      Miriam

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