5 Tipps, die den Einstieg in die Low Carb High Fat (LCHF)-Ernährung erleichtern

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Egal, wie und wo du das erste Mal über die kohlenhydratarme Ernährung gehört hast, ich wette, es kommt dir doch etwas kompliziert an. Keine Sorge, so schlimm ist es nicht! Für den Einstieg habe ich ein paar Tipps für dich, die mir sehr geholfen haben.

1. Informiere dich über die Grundlagen

Mir hat es extrem geholfen, mir die Grundlagen über LCHF im Allgemeinen (die ketogene Ernährung ist ein Teil davon) anzulesen. Geht diese Ernährungsumstellung doch erstmal gegen alles, was wir mal gelernt haben. Wer kennt sie nicht, die klassische Ernährungspyramide mit den „guten“ Kohlenhydraten als tägliche Basis und Schwerpunkt. Den Spruch „Fett macht fett“. Oder noch schöner: Friss die Hälfte – diszipliniere dich!

Du möchtest gar nicht abnehmen, sondern zunehmen? Oder Krankheiten wie Diabetes, Migräne, Hashimoto, Krebs oder ähnliches in der Behandlung unterstützen? Dein Ziel beeinflusst die Auswahl der Informationen. Ich habe mich anfangs darauf konzentriert, die Auswirkungen einer Antibiotika-Behandlung und einer darauf entwickelten Laktose-Intoleranz rückgängig zu machen und dabei quasi „nebenbei“ abgenommen. Die Verdauungs- und Hautprobleme habe ich schnell im Griff gehabt, seitdem konzentriere ich mich darauf, dass die Waage irgendwann mein Wunschgewicht anzeigt 😉 Vor dem Hintergrund „Abnehmen“ sind hier also auch die meisten Informationsquellen gelistet. Ich habe aber auch versucht, die eine oder andere Quelle aufzuzeigen, die sich mit der ketogenen Ernährung im Zusammenhang mit anderen Krankheitsbildern auseinandersetzt.

Bücher, die ich zum Einstieg empfehlen kann

Das Keto-Prinzip, Bruce Fife, ISBN 978-3-86731-163-2
Bruce Fife wird – laut Buchrücken – als Kokosnuss-Papst bezeichnet. Warum, wird im Buch recht deutlich. Er empfiehlt zu jeder Mahlzeit Kokosöl und erklärt natürlich, warum das nicht nur lecker, sondern auch sinnvoll ist. Davon mal abgesehen, ist das Buch sehr leicht verständlich geschrieben. Es bietet im ersten Drittel nachvollziehbare Informationen, warum und welche Öle in die Ernährung eingebunden werden sollten, klärt den Mythos von erhöhten Cholesterin-Werten aufgrund von zuviel verspeisten gesättigten Fettsäuren auf. Er unterteilt Kohlenhydrate in „gut“ und „böse“ und zeigt in sehr eindringlicher Weise, warum weniger Essen nicht automatisch abnehmen bedeutet. Im Gegenteil, oftmals wird bei „normalen“ Diäten die Kalorienzufuhr zu weit reduziert. Dann klammert sich der Körper an jedes einzelne Gramm und will es nicht loslassen. Oder schlimmer noch, baut noch aus dem bisschen was zugeführt wird weitere Reserven auf. Die Lösung: Täglich mindestens genug essen, um den Grundumsatz zu bedienen. Der Grundumsatz zeigt die Kalorienmenge an, die unser Körper täglich mindestens benötigt, um alle grundlegenden Funktionen aufrechtzuerhalten. Also wenn wir im wachen Zustand vollkommen bewegungslos rumliegen würden. In den weiteren Kapiteln geht Fife auf die Ketose ein sowie auf ihren Einfluss auf diverse Erkrankungen. Auch widmet er ein ganzes Kapitel dem Thema, wie der Stoffwechsel wieder auf Trab gebracht werden kann. Bei all dem fügt Fife auch immer kurze Geschichten von Menschen ein, die mittels der ketogenen Ernährung die jeweiligen Symptome, die in dem Kapitel im Fokus stehen, verbessern konnten. Im letzten Drittel bietet der Autor konkrete Anleitungen, wie der Einstieg in die kohlenhydratarme Ernährung, der Übergang in die Ketose gelingt und dann auch, wie das Wunschgewicht gehalten wird. Zu guter Letzt gibt es eine Reihe von leicht nachkochbaren Rezepten für Hauptgerichte und Snacks.

Wer lieber ein Buch zum Thema lesen möchte, dass sich noch stärker auf die wissenschaftliche Basis beruft, der sollte Leben ohne Brot von Dr. Wolfgang Lutz (ISBN 978-3887601003) lesen. Dr Lutz zeigt auf wissenschaftlich fundierte Art, dass nicht Fette die Ursachen für Krankheiten sind, sondern Kohlenhydrate. Er zeigt unter anderem mittels konkreter Blutanalysen aus seiner Praxis, wie positiv der Patient auf eine kohlenhydratreduzierte Ernährung reagiert. Schwerpunkte liegen bei Magen- und Darmerkrankungen, z. B. Morbus Crohn, Übergewicht, Herzkrankheiten. Interessant ist auch, dass er detailliert die methodischen und theoretischen Schwächen der bislang verbreiteten Fett-Theorie aufzeigt. Dr Lutz konnte selbst seine Arthrose damit bessern. En Detail kann ich es gerade leider nicht mehr aufzeigen, da ich es verliehen habe 😉 Aber ich denke, Ihr seht auf was es hinausläuft.

Weniger umfangreich als die Bücher, dafür viermal pro Jahr neu ist das Low Carb – LCHF Magazin (Der Link führt zu Leseproben). Die Gesundheitspädagogin Margaret Ache und die Ernährungsberaterin Iris Jansen sind das Redaktionsteam des ersten deutschen LCHF-Magazins. Beide sind in Schweden mit der Ernährungsform in Kontakt gekommen und haben persönlich davon profitiert. Ihr Anliegen: Helfen, die ersten Schritte in die kohlenhydratreduzierte Ernährung zu gehen. Was ich besonders gut finde: Es gibt wiederkehrende Themenblöcke im Heft: LCHF Basiswissen, Wissenswertes, Erfolgsgeschichten, Buchvorstellungen, Kreative Küche, Gesundheitstraining, LCHF Coaching, Kochjournal, Kolumne von Caro und LCHF Seminare. Jede Ausgabe bietet ein breitgefächertes Spektrum, so dass für jeden etwas dabei ist. Und das Ganze ist auch noch verständlich und wissenschaftlich belegt geschrieben und, wie ich finde, mit 5€ echt günstig. Auch sind die bereits erschienenen Ausgaben noch nachbestellbar. Zusätzlich gibt es zum Magazin auch noch das LCHF Kochjournal, das mit Schwerpunktthemen erscheint. Selbstverständlich mit leckeren, einfach umsetzbaren Gerichten.

Eine schier endlose Quelle zum Thema Low Carb High Fat – Das Internet

Naja, dass das Internet eigentlich alles weiß ist ja nun keine sooo bahnbrechende Erkenntnis. Eher umgekehrt, die Flut an Informationen gestaltet es manchmal etwas schwierig, gute Webseiten von schlechten unterscheiden zu können. Ich habe hier mal eine ganz kleine Auswahl aufgelistet, die ich sehr hilfreich finde:

LCHF-Deutschland.de
LCHF-Deutschland.de ist die Website zum LCHF-Magazin und wird von zwei Expertinnen in Sachen Ernährung betrieben. Was ich toll finde ist die Tatsache, dass vor allem die Grundlagen der kohlenhydratarmen Lebensweise sehr anschaulich dargestellt sind. Und für ganz Eilige gibt es das Ganze auch noch in kurz. Neben Basisinformationen gibt es auch immer wieder neue Rezepte, Erfolgsgeschichten von Lesern und aktuelles zu wissenschaftlichen Erkenntnissen.

http://lowcarb-ketogen.de/
Die Website lowcarb-ketogen.de bietet neben den Basisinformationen zur Ernährung (inkl. Rezepten) auch weitere Services. Zum einen sind dies Online-Kurse, die für einen erstmal nicht zu hoch wirkenden Preis tiefergehende Informationen vermitteln, unter anderem einen Intensivkurs zu Low Carb und einen speziell zur Ketogenen Ernährung. Aber auch Spezialthemen wie die „5 Elemente Ernährung“ der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) mit low carb umgesetzt werden kann. Ein weiterer Spezialkurs zeigt die Vorteile der der kohlenhydratreduzierten Ernährung bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto auf. Neben diesen Kursen gibt es eine schöne Liste an Buchempfehlungen und, was ich toll finde, eine Liste an Restaurant, Cafés und Hotels, die spezielle Low Carb Menüs anbieten.

Lose It Magazine
Südafrikanisches Magazin zur Low Carb Ernährung (nur auf English), mit leckeren, teils exotischen Gerichten. LCHF ist in Südafrika unter Banting bekannt und weit verbreitet. Assoziiert wird LCHF dort vor allem mit Prof Tim Noakes und seiner The Real Meal Revolution (Die Revolution des Echten Essens).

Blogs
HappyCarb
Der Blog Happy Carb wird von Betti betrieben. Sie hat Rezepte für jede Situation und Vorliebe – sie probiert glaube ich ständig alles aus. Betti erzählt, wie sie dick wurde, wie sie mittlerweile 57 (!) kg in 15 Monaten abgenommen hat und zu guter Letzt, wie sie mit LCHF Diabetes 2 in den Griff bekommen hat. Sie braucht keine Medikamente mehr und hat Blutwerte wie ein Gesunder, laut eigener Aussage. Ich lese diesen Blog so gerne, weil Betti eine tolle Art hat zu schreiben und Rezeptideen, bei denen mir schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenläuft.

Dani vs Sugar
Dani’s Blog bringt mich immer wieder zum Lachen. Ich mag ihre direkte Ruhrpottart – wohl auch, weil ich selbst „da wech komme“ 😉 Dani hat mit Low Carb nicht nur abgenommen, sondern schwächt auch die Auswirkungen ihrer Hashimoto-Erkrankung (Autoimunerkrankung der Schilddrüse) ab. Und das macht das Abnehmen eben extra schwer. Was sie aber während ihrer Reise offenbar nie verliert (zum Glück!) ist ihr Humor. Einfach herrlich. Ich weiß gar nicht, wo ich mit dem nachmachen anfangen und aufhören soll– sowohl bei den Rezepten, als auch als Vorbild für einen eigenen Blog (im Sinne von „will auch so authentisch sein“).

Suddas Blogspot
Mit diesem Blog hat Annika Rask ihre Abnahme von 50kg mit LCHF dokumentiert. Es sind eine Menge Rezepte und persönliche Tipps zur finden. Auch hat Annika mittlerweile ein eigenes Buch veröffentlicht, das zumindest laut den Rezensionen sehr gut lesbar und verständlich ist. Habe es selbst noch nicht gelesen 😉

Und hier noch ein paar Links zu Webseiten, die die ketogene Ernährung bei bestimmten Krankheiten empfehlen:
Uniklinik Freiburg – Ketogene Diät bei Epilepsie
Keto bei Krebs
Low Carb bei Diabetes
Keto bei Migräne

2. Suche dir Unterstützung

Das ganze Thema LCHF und die dazugehörigen Varianten sind so vielseitig, dass ich empfehle, dass Ihr Euch neben den Basisinformationen via Bücher und Internet auch mit einem Experten zusammensetzt. Ich denke da vor allem an Heilpraktiker und Ernährungsberater, die sich auf diese Ernährungsmethoden spezialisiert haben. Die meisten Hausärzte scheinen da noch etwas skeptischer zu sein, was nicht heißen soll, dass Du es nicht auch mit diesem versuchen solltest bzw. je nach Krankheitsbild sogar abstimmen musst. Für mich ist so ein persönliches Beratungsgespräch noch viel effizienter, als alles selbst zu lesen. Mit dem Basiswissen im Kopf lassen sich gezielt Fragen zur eigenen Situation stellen. Ich habe mit meiner Trainerin Lará den Einstieg gefunden, die auch Ernährungsberaterin ist. Sie hat ganz speziell für mich die benötigte Tagesration an Fett, Proteinen und Kohlenhydraten berechnet. Extrem hilfreich und wirksam, denn ich habe innerhalb der ersten acht Wochen 10kg abgenommen. Motivation pur.

Im zweiten Schritt habe ich nach einem guten halben Jahr (und insgesamt 18kg weniger) die zusätzliche Hilfe einer Heilpraktikerin in Anspruch genommen. Diese hat noch einmal einen kritischen Blick auf mein Ernährungstagebuch geworfen und gleich erste Empfehlung ausgesprochen, was ich noch ändern kann. Im Klartext: Noch mehr Fett, weniger Eiweiß. Zusätzlich haben wir ein großes Blutbild gemacht um zu sehen, wo noch ein Finetuning möglich ist. Das Ergebnis: Vitamin D-Mangel – und das obwohl ich seit kurz vor Pfingsten wieder im Freibad trainierte. Aber zu den falschen Zeiten, zumindest aus der Sicht der körpereigenen Vitamin D-Produktion. Denn die wird nur bei genügend UV-Licht aktiviert, was bei uns nur so ca zwischen 12 und 14 Uhr ist. Das Kontroll-Blutbild acht Wochen später hat bezeugt, dass das Vitamin D-Level da ist, wo es hingehört. Gleichzeitig haben sich meine Triglyderide extrem nach unten korrigiert und der zu Zink-Level hat sich auch normalisiert. Lediglich das Kalium werde ich jetzt per Schüßler-Salz substiuieren, da das Level noch weiter abgenommen hatte. Trotz zusätzlich Kaliumrationen, hauptsächlich in Form von Aprikosen und Aprikosenkernöl. Ihr seht, es gibt viele Möglichkeiten, wie so ein Experte helfen kann.

Das private Umfeld
Früher habe ich eigentlich nie jemandem gesagt, wenn ich eine Diät gemacht habe. Tat nix zu Sache, fand ich. Mit dem ketogenen Lebensstil habe ich das geändert. Ich habe meine Familie und Freunde eingeweiht und ihnen die Grundzüge dessen erklärt. Einfach, damit sie verstehen, warum ich auf einmal keine Nudeln und Co. mehr esse. So können auch sie sich darauf einstellen. Denn mal ehrlich, je mehr unterschiedliche Ernährungsvarianten in einem Freundeskreis unterwegs sind, umso komplizierter sieht dann auf den ersten Blick auch die Essensgestaltung für gemeinsame Unternehmungen aus. Aber das habe ich ja im vorherigen Blog schon aufgezeigt.

Online-Communities
Weiter oben habe ich eine ganz kurze Liste mit den interessantesten Websites aufgeführt. Was dort noch fehlt sind Online-Communities, in denen man unendlich viele Rezepte, Tipps und Erfolgsgeschichten findet. Ich habe mich unter anderem bei der Facebook-Gruppe „Kohlenhydratfreie, leckere Rezepte“ angemeldet. Seitdem habe ich noch mehr Rezepte zur Auswahl. Ich glaube, ich könnte morgens, mittags und abends das ganze Jahr über ein Rezept ausprobieren, ohne eins doppelt zu nutzen. Und das nur aufgrund der Beiträge der letzten vier Wochen. Googlet einfach mal und Ihr werdet fündig. Einfach gucken, wonach Euch der Sinn steht 😉 Das Schöne an solchen Foren und bei den persönlichen Blogs ist, dass man, wenn man eine Frage hat, oft sehr schnell eine Antwort hat – von Gleichgesinnten. Natürlich sollte das Gelesene immer in Einklang mit den eigenen Bedürfnissen bringen und nicht den gesunden Menschenverstand ausschalten und wie die Lemminge agieren…

3. Starte heute, nicht morgen

Ich nenne es „Verschieberitis“. Die Aussage „Morgen fange ich damit an“ kennen bestimmt viele sehr persönlich. Ich auch. Vieles will ich morgen anfangen. Wie beispielsweise meinen eigenen Blog. Oder meine Steuererklärung (da schüttelt mich schon der Gedanke und ich mache schnell was anderes…). Aber mal ehrlich. Eigentlich betuppen wir uns doch nur selbst, oder? Ich habe in Bezug auf LCHF die Erfahrung gemacht, dass es für mich besser war, von heute auf morgen zu starten. Und das konsequent. Sprich, ich habe alle vorhandenen Kohlenhydrate an meine Freunde und Nachbarn verschenkt. Aber das habe ich ja schon erzählt. Du musst selbst entscheiden, ob Du direkt ins kalte Wasser springen möchtest und von jetzt auf gleich quasi gar keine Kohlenhydrate mehr essen willst, oder ob Du sie langsam aus Deinen Essensgewohnheiten auslaufen lassen möchtest. Richtig oder falsch gibt es hier meiner Meinung nach nicht, nur persönliche Vorlieben.

Das einzige, was wirklich wichtig ist, dass Du von Anfang an versuchst, die aufgenommene Menge an Kohlenhydraten wirklich merklich zu reduzieren. Sonst dauert der Prozess endlos und Du kannst die Erfolge nicht sehen – was meiner Meinung nach nur frustriert. Generell solltest du vor dem Start einen Experten hinzuziehen, der Dir eine auf Dich persönlich zugeschnittenen Plan zur Seite stell. Wichtig ist dies vor allem, wenn Du ein anderes Ziel hast, als abzunehmen. Zum Beispiel bei Diabetes: Hier kenne ich mich nicht aus und kann keine Empfehlung abgeben, aber wenn Medikamente gegen die Symptome genommen werden, sollte die KH-Reduzierung nur in enger Abstimmung mit dem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen, um keine negativen Auswirkungen auszulösen.

4. Überblick ist wichtig: Apps und andere Helferlein

Gerade am Anfang ist es meiner Meinung nach wichtig, einen Überblick zu haben über das, was man isst und wann man in der Ketose ist. Damit das klappt hilft es, dass Ihr mal aufschreibt, was Ihr bislang so an einem Tag esst. Nehmt dazu Lebensmitteltabellen zur Hand, die en Detail die Angaben für Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß pro 100g listen. Ich finde z. B. die von GU (Die große GU Nährwert-Kalorien-Tabelle 2014/15, ISBN 9783833820403) sehr gut. Oder nutzt eine der vielen Apps. Vor allem, verschätzt Euch nicht mit dem Gewicht. Nehmt eine Küchenwaage zu Hilfe, die Grammweise das Gewicht anzeigt. Beispiel: Zwei kleine Aprikosen wiegen schon 90g. Und? Überrascht wie die Verteilung aussieht? Mir helfen solche „Augenöffner“, die Relationen zu sehen. Und mit dieser Ausgangsbasis im Kopf findet Ihr bestimmt den richtigen Weg, Kohlenhydrate zu reduzieren.

Ernährungstagebuch – als App oder handschriftlich
Dazu eignen sich Ernährungstagebücher sehr gut. Egal, ob handschriftlich in die Kladde oder per App/Online Tagebuch. Ich selbst bevorzuge die elektronische Variante, da diese mir gleich alle Makronährstoffe aufzeigt. Allen voran natürlich die Wichtigsten: Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate. Aber sinnvoll sind durchaus auch die weiteren Daten zu Vitaminen und Mineralien. Ich selbst nutze die App MyFitnessPal, dort lassen sich die Zielwerte pro Tag eingeben. Die App merkt sich das und rechnet alles entsprechend zusammen. Wenn man kurz vor dem jeweiligen Limit ist, gibt sie eine Info. Auch berechnet sie den Kalorienverbrauch von Aktivitäten mit ein und erhöht somit den Kalorienbedarf anteilig auf die Nährstoffe. Es gibt noch weitere wie No Carbs von Dr Strunz oder fddb.info – die habe ich aber noch nicht getestet.

Ketose messen
In meinem ersten Beitrag habe ich kurz die Funktionsweise der Ketose aufgezeigt. Was ich so genau nicht dazu geschrieben habe ist, dass sich die Ketose messen lässt. Und das auf zwei Wegen. Zum einen gibt es die Ketostix – Messtäbchen, mit denen man die Ketone messen kann, die der Körper als überschüssig mit dem Urin ausscheidet. Diese Messtäbchen haben den Vorteil, dass sie recht einfach anwendbar sind und günstig sind. Der Nachteil ist die relativ hohe Ungenauigkeit der Meßwerte. Zum einen liegt es daran, dass die Ketostix mittels Verfärbung anzeigen, wie weit man in der Ketose ist. Die Farben haben ein relativ großes Spektrum, reichen aber als Indikator aus. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Ketostix nur eine Ketonart messen, die allerdings nach der Anpassungsphase durch den Körper nicht mehr hergestellt werden. Ein weiterer, genauerer Weg ist die Messung der Ketone im Blut. Dies erfolgt genauso wie die Insulinmessung via einem Picks in den Finger, Blutstropfen auf einen Messstreifen und tada, das Gerät liefert eine genaue Angabe, wie hoch der Ketonwert im Blut ist. Es gibt Messgeräte, die sowohl Insulin als auch Ketone messen – es sind nur unterschiedliche Messstreifen. Alles, sowohl die Messstreifen, Gerät als auch die Ketostix gibt es in der Apotheke, bzw. auch online zu kaufen. Wer eine genauere Erläuterung zum Messvorgang haben möchte, dem empfehle ich den Beitrag „KETONE MESSEN – WELCHEN SINN MACHT DAS WIRKLICH?“ von Anne Engel auf your-diet-angel.com. Du magst es gerne wissenschaftlicher? Dann geh mal auf die Seite Foodpunk.de. Marina ist Ernährungswissenschaftlerin, hat ihre Bachelorarbeit über „Ketogene Stoffwechsellagen und Ketogene Diäten“ geschrieben. Sie weiß also definitiv, worüber sie schreibt 😉 In ihrer Rubrik „Hintergrundwissen“ findest du einige sehr leicht verständliche Blogs zum Thema Ketose & Ketone, teilweise mit wissenschaftlichen Extra…

Warum überhaupt messen?
In der ketogenen Ernährung ist das Ziel, die körpereigene Fettverbrennung zu aktivieren. Die Messung der Ketone zeigt an, wie weit in der Fettverbrennung man ist. Dies gibt die Möglichkeit, gegebenenfalls das Essen zu adaptieren um so für sich ein optimales Level zu erreichen. Auch erfährt man so, wie viele Kohlenhydrate pro Tag überhaupt vertragen werden, ohne aus der Fettverbrennung zu fallen. Wenn man dann seinen Weg gefunden hat, werden die Messungen wohl eher überflüssig, denn wie in vielen Blogs von Ketariern zu lesen ist, wir „spüren“, wenn wir in Ketose sind. Ich beispielsweise merke es, wenn ich abends nach dem Sport noch etwas esse, dann aber am nächsten Morgen vor dem Frühstück erst wieder zum Schwimmen gehe und selbst danach weder schlapp noch ausgehungert bin. Ketone sind quasi das Superbenzin für den Körper, die gesteigerte Leistungsfähigkeit einfach spürbar.

Ein weiterer Grund für eine Messung die Gefahr der Ketoazidose. Dies ist ein lebensgefährlicher Zustand, der vor allem bei Diabetes 1-Patienten auftreten kann. Und zwar als Folge eines absoluten Insulinmangels. Hier müssen regelmäßige Messungen durchgeführt werden, um diese Gefahr rechtzeitig erkennen zu können und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Auch auf diesen Aspekt geht Anne Engel näher ein.

5. Die Waage: Freund oder Feind?

Die Waage. War eigentlich nie meine Freundin, auch wenn ich meine Meinung ihr gegenüber aktuell teilweise schon ändere. Klar, nachdem die ersten Kilos buchstäblich über Nacht gepurzelt sind. Aber ich nehme sie nicht allein als Informationsquelle zu meinem Körpergewicht heran. Zusätzlich ziehe ich regelmäßig das Maßband zu Rate. Warum? Ganz einfach, das Band sagt manchmal viel deutlicher, wie sich der Körper verändert hat als die Waage allein. Ich habe am ersten Tag der Ernährungsumstellung morgens mein Gewicht aufgeschrieben und zusätzlich den Umfang an folgenden Körperstellen gemessen: Oberarm, Oberweite, Taille, Hüfte, Oberschenkel, Knie (ja, auch da kann man abnehmen 😉 und Unterschenkel. Diese Werte ändern sich teilweise schneller als die Waage. So wie aktuell bei mir. Die Waage zeigt seit mehreren Wochen denselben Wert – zum wahnsinnig werden. Aber das Maßband zeigt, dass sich trotzdem was tut – es wird weniger. Ein Beweis dafür, dass ich endlich die Früchte des Trainings ernte und Muskeln aufbaue, gleichzeitig Fett abbaue. Da Muskeln schwerer sind als Fett, zeigt die Waage auf den ersten Blick keinen Unterschied. Das hilft mir, die Motivation nicht zu verlieren. Neben Waage und Maßband gibt es noch mehrere Faktoren, die meine Motivation steigern: Die Klamotten werden zu groß – habe gefühlt schon den halben Schrank in die Altkleidersammlung gegeben.

Zu guter Letzt, aber am wertvollsten für mich sind die vielen positiven Rückmeldungen, die ich von meinen Freunden, Verwandten und Kollegen bekomme. Es tut einfach gut. Und daher: Danke! Und an die, die auch abnehmen und/oder gesund werden wollen: Halte durch, lass es Dir schmecken und genieße die Reise. Und setz Dich nicht unter Druck, denn et hätt noch immer jot jejange wie der Kölner sagt!

Über den Autor

Miriam

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Ich heiße Miriam Hoffbauer, bin Jahrgang ’78 und ernähre mich seit Dezember 2014 kohlenhydratarm. Auf ketoVida teile ich meine Erfahrungen mit der ketogenen Ernährung und wie diese auch dir auf dem Weg zu einem gesunden und schlanken Leben helfen kann.

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