Ketogene Ernährung

MiriamLow Carb Formen1 Comment

Ketogene Ernährung

Wir essen, um zu überleben. So einfach ist das.

Die Frage ist, was brauchen wir tatsächlich zum gesunden Überleben und was können wir getrost weglassen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.  (DGE) empfiehlt seit 2005 eine Lebensmittelpyramide, in der Gemüse und Obst zusammen die kohlenhydrathaltigen Lebensmittel als größte Lebensmittelgruppe verdrängt hatten:

30 % Kohlenhydrat-Gruppe, 26 % Gemüse, 17 % Obst, 18 % Milchprodukte, 7 % Tierische Proteine (Fleisch, Fisch, Ei etc.), 2 % Öle und Fette. (Quelle: Wikipedia).

Der Knackpunkt aus wissenschaftlicher Sicht ist jedoch, dass Kohlenhydrate – egal ob aus den diversen Zuckerarten oder Stärke – nicht notwendig sind für das Überleben.

Zum Überleben muss der Körper sogenannte essentielle Nährstoffe zugeführt bekommen.

Darunter fallen unter anderen neun Aminosäuren (Proteine) und Fette wie Omega 3 und 6 sowie bestimmte Mineralien und Vitamine. Sie werden als essentiell bezeichnet, weil der Körper sie nicht selbst herstellen kann.

So kommt es beispielsweise zu teilweise gravierenden Mangelerscheinungen, wenn zu wenig Proteine, Fette, Mineralien und Vitamine zugeführt werden.

Dasselbe lässt sich aber nicht für Kohlenhydrate sagen: Der Körper benötigt nur eine ganz kleine Menge Kohlenhydrate (vor allem das Gehirn, da dies keine Fette direkt verwerten kann). Allerdings sind diese Kohlenhydrate nicht essentiell, da sie vom Körper selbst aus den zugeführten Proteinen erstellt werden können, und zwar in Form der sogenannten Ketonkörper.

Klingelt da was? Ok, dazu gleich mehr. Nur soviel:

Das Kohlenhydrate nicht essentiell sind haben sich nicht irgendwelche Vorreiter der Low Carb-Ernährung ausgedacht, damit es überzeugender klingt. Das ist wissenschaftlich bewiesen und steht unter anderem in Lehrbüchern für das Medizinstudium. Zum Beispiel in „Ernährungsmedizin und Diätetik“ von Heinrich Kasper und Walter Burghardt.

Ketose – der Stoffwechsel aus Urzeiten, der auch heute noch gesunde Energie spendet

Ketose kann vereinfacht als Fettstoffwechsel bezeichnet werden.

Wenn unser Körper alle drei Nährstoffarten bekommt, greift er zur Energieverwertung immer zuerst auf die Kohlenhydrate zurück, da er nur einen ganz geringen Teil davon tatsächlich direkt verwerten kann. Der Körper versucht, einen gleichmässigen Blutzuckerspiegel zu bewahren, der durch das Essen von Kohlenhydrate erhöht wird.

Alles, was der Körper nicht direkt in Energie umwandeln kann, wird in die Leber und in Fettzellen „abgeschoben“, damit sich der Blutzuckerspiegel normalisiert. Bekommt unser Körper nun weniger Kohlenhydrate, als er benötigt (also weniger als 50g pro Tag) hilft er sich selbst und wandelt Proteine aus der Nahrung in Glucose um.

Dieser Zustand wird bei der ketogenen Ernährung genutzt, die auch als Low Carb High Fat (LCHF – Wenig Kohlenhydrate hochwertige Fette) bekannt ist. Werden dem Körper täglich weniger als 20-50g Kohlenhydrate zugeführt (hier muss die individuelle Grenze ausgetestet werden), leert der Körper erst seine Glucogenspeicher.

Glucogen ist die Speicherform von Kohlenhydraten im Körper. Danach greift der Körper auf die Fette aus Nahrung und Fettzellen zurück und baut diese in der Leber zu Ketonkörpern um. Diese geben der Ernährungsform den Namen. Über die Ketone wird die Energiezufuhr für die Organe sichergestellt, die kein Fett oder Protein direkt verwerten können.

Um in die Ketose zu kommen ist es wichtig, die Verteilung der Makronährstoffe, also Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett ins richtige Verhältnis zu setzen.

Das bedeutet, sehr wenig Kohlenhydrate, moderat Eiweiß und viel Fett. Das Fett löst die Kohlenhydrate als Hauptenergielieferant ab. In Prozent sind das dann ungefähr 5 % der täglichen Kalorie aus Kohlenhydraten, 25 % aus Eiweiß und entsprechend 70% auf Fett.

Und keine Sorge, Ihr müsst jetzt nicht dreimal mehr Fett als Protein essen. Der Grund liegt im Energiegehalt versteckt. Man misst den Energiegehalt von Lebensmitteln in Kilokalorien bzw. Kilojoule. Und so verteilen sich die Energiewerte der drei Hauptnährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate:

1 g Eiweiß liefert 4,1 kcal oder 17,1 kJ.
1 g Kohlenhydrate liefert 4,1 kcal oder 17,1 kJ.
1 g Fett liefert 9,3 kcal oder 38,9 kJ.
1 g Alkohol liefert 7,1 kcal oder 29,3 kJ.

Wenn du diesen Vorgang noch mehr wissen möchtest, aber trotzdem für Laien verständlich nachlesen willst, findest im Blog Low-Carb Coach eine sehr schön aufbereitete Seite nur zum Thema „Stoffwechsel allgemein und bei Low Carb“. Und auch Marina von Foodpunk – sie hat Ernährungswissenschaften studiert – hat es toll dargestellt: „Stoffwechsel ohne Kohlenhydrate„. Auch Julia Tulipan, Biologin und Personal Trainer, hat die Ketose sehr verständlich dargestellt.

Die ketogene Ernährung ist biologisch so alt wie der Mensch, da noch vor wenigen Hunderten Jahren keine stete Versorgung mit Kohlenhydraten gegeben war und die Evolution bekanntlich länger braucht, um sich Veränderungen anzupassen.

Die Seite artgerecht-essen.de hat dies sehr toll aufbereitet. Übrigens leben Säuglinge, die gestillt werden, auch ketogen. Und nachdem die ja noch ordentlich wachsen, kann diese Ernährungsform nicht wirklich falsch sein, oder?

Wiederentdeckt wurde diese Ernährungsweise für Kinder in den 1930er Jahren, als sie Kindern mit Epilepsie verschrieben wurde, um die Anfälle zu minimieren. Als Medikamente gegen Epilepsie aufkamen, wurde diese Ernährungsweise immer seltener eingesetzt, nach dem Motto „warum das Kind in dem einschränken, was es essen kann, wenn auch es Medizin dagegen gibt“.

Heute wird unter anderem von der Uniklinik Freiburg die ketogene Ernährung wieder vermehrt und mit Erfolg als (begleitende) Therapie bei Epilepsie eingesetzt, denn diese Ernährung hilft, die Einnahme von Medikamenten zu reduzieren. Und nicht nur bei Epilepsie, sondern auch bei Migräne, Diabetes und Arthrose werden positive Effekte gesehen.

Es gibt auch Kliniken, die sie unterstützend in der Krebsbehandlung einsetzen. Die bekannteste Vertreterin der kohlenhydratreduzierten Ernährung bei Krebs ist Prof. Dr. Ulrike Kämmerer, die an der Frauenklinik der Uniklinik Würzburg schon seit Jahren zu dem Thema forscht.

Du möchtest auch in die ketogene Ernährung einsteigen? Ich helfe dir!

Aufgrund meiner eigenen positiven Erfahrungen mit dieser Ernährungsform habe ich bei der LCHF-Akademie die Ausbildung zum „Ganzheitlichen Ernährungscoach Low Carb, LCHF, Paleo“ absolviert. Gerne stehe ich dir zur Seite, damit du mit meiner Unterstützung die Umstellung schaffst. Wie genau das können wir direkt klären. Erste Informationen findest du auf der Seite Ernährungscoaching. Selbstverständlich können wir während des Coachings auch gucken, wie gut du mit Vitaminen und Mineralien versorgst bist und ggfs. auch die Orthomolelkulare Therapie unterstützend mit dazunehmen. Wie gesagt, da gucken wir dann individuell!

Allerdings bin ich auch der Meinung, dass eigenes Wissen notwendig ist, um dauerhaft erfolgreich zu, und vor allem, um den Experten zu verstehen. Daher füge ich nach und nach Rezensionen der Bücher meiner Bücherkiste zu, die ich gelesen habe und hoffe, dass sie dir gefallen!

Über den Autor

Miriam

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Ich heiße Miriam Hoffbauer, bin Jahrgang ’78 und ernähre mich seit Dezember 2014 kohlenhydratarm. Auf ketoVida teile ich meine Erfahrungen mit der ketogenen Ernährung und wie diese auch dir auf dem Weg zu einem gesunden und schlanken Leben helfen kann.

Ein Kommentar zu “Ketogene Ernährung”

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