1300km Fahrt für mehr Klarheit über meinen Stoffwechsel

MiriamAllgemein4 Comments

be curious

August 2020, mein Mann und ich haben endlich drei Wochen Sommerurlaub. Oder sollte ich sagen, Urlaub im Hauptjob? Denn daheim wartete viel Arbeit rund ums Haus… Aber egal, das Wetter war bestens und es tat gut, mal an etwas zu arbeiten, wo man direkt das Ergebnis sieht. Und es hat mir spontan die Möglichkeit gegeben, zu meiner lieben Kollegen Daniela Pfeifer nach Innsbruck zu fahren. Zwar „nur“ von Donnerstagabend bis Samstagmittag, aber es war toll. Bevor ich ins Detail gehe, ein kleiner Hinweis. Dieser Bericht enthält Werbung – aus Begeisterung! Und ist etwas länger geworden…

Daniela hat mir vor einiger Zeit erzählt, dass sie mit dem neugegründeten Stoffwechselinstitut Innsbruck zusammenarbeitet – und dass es wohl auch für mich interessant wäre. Sie haben nämlich eine Kryo-Kältekammer, bieten die Intervall-Hyper-Hypo-Oxytherapie (gehe ich später genauer drauf ein) und machen eine Stoffwechselanalyse. Und zu dem Zeitpunkt haben sie sogar eine Biohacking-Assistentin gesucht!  Was soll ich sagen, ich war mehr als neugierig. Nachdem Daniela ganz begeistert von den ersten Behandlungen erzählt hat und dass das Team rund um Chef Jens Wilke einfach super nett sind.

Spontaner Trip nach Innsbruck

Also hab ich nicht lang gefackelt, nachdem Daniela meinte, dass sie Zeit hat und am Freitag noch Termine für Tests frei wären. Dafür fahre ich auch mal eben 650km pro Strecke ;-) Und unser Auto hat sich auch gefreut, mal wieder eine lange Strecke vor sich zu haben, nicht nur zum einkaufen im Ort… An dem Tag war es sonnig, die Autobahn weitestgehend frei und ich hatte mir vorgenommen, artig zu fahren, damit ich mit nur einer Tankfüllung hinkomme. Soviel sei verraten: Es hat geklappt, ich hätte sogar noch 180km mehr Reichweite gehabt. Ich glaube, so spritschonend war ich mit dem Auto noch nicht unterwegs. Und ich genieße Autofahren – mit guter Musik, Sonnenschein und in Dankbarkeit, dass ich so spontan sein kann und mir solche Verrücktheiten erlauben kann. Aber egal, ich schweife ab.

Also, Donnerstagmittag in Montabaur losgefahren und abends um 18:30 Uhr wurde ich von Daniela in den Arm genommen. Wir hatten uns zuletzt Anfang Februar am Vorabend vom LCHF Kongress in Düsseldorf getroffen! Hab mich einfach tierisch gefreut, da zu sein. Und in was für einer tollen Umgebung sie lebt! Schon auf den letzten Kilometern ab der Grenze durfte ich das Bergpanorama genießen, dass ich auch früheren Jahren nur tiefverschneit kannte.

Angekommen bei Daniela

Angekommen bei Daniela

Und kaum war ich bei Daniela, durfte ich auch endlich ihre fünf Maine Coons kennenlernen. Es fühlte sich einfach richtig und nach Urlaub an. Den Abend haben wir im Garten genoßen, auf Danielas Geburtstag angestoßen und natürlich ganz viel gequatscht. Es tut sich einem halben Jahr! Später dann wurde ich von Daniela noch bekocht, mit einem herrlichen Steak und Eierschwammerl (hoffe, das ist so richtig geschrieben? In meiner Gegend sind das Pfifferlinge ;-) Wie ich das liebe, das über meine Art zu essen nicht diskutiert wird, weil mein Gegenüber es genauso sieht wie ich!

Gegen Mitternacht ging es ins Bett. Und ich musste nicht mal alleine sein – Woody, einer von Danielas Katern hat mir Gesellschaft geleistet, bis ich eingeschlafen war :-D

Hintergrundinfos: Warum mache ich diese Tests, und warum gerade jetzt?

Wie du vielleicht weißt, lebe ich seit fast 6 Jahren ketogen, und das sehr erfolgreich. Ich konnte fiese Nachwirkungen einer doppelten Antibiose rückgängig machen: Die drastische Zunahme, meinen Darm beruhige, der nur noch rebellierte und über die Jahre auch meine Mitochondrien wieder anregen, besser zu arbeiten. Nicht nur mit der ketogenen Ernährung, aber sie spielt eine wichtige Rolle. Generell achte ich auf eine optimale Nährstoffzufuhr, nutze den positiven Einfluss der Atemtechnik und das Kältetraining nach Wim Hof, nutze Rot- & Nahrinfrarotlicht, Krafttraining und Meditation. Teste regelmäßig unterschiedlichste Blutwerte, um einen Überblick zu behalten. 

Lipödem – der Grund, warum ich trotz aller Maßnahmen gerade wieder zunehme

Vor etwa 1,5 Jahren konnte ich meine Krampfadern nicht mehr ignorieren, sie machten Probleme und ich wußte, hier brauche ich ärztliche Unterstützung. Im Rahmen dessen bekam ich auch die Diagnose Lipödem. Eine krankhafte Fettverteilungstörung, die vor allem Frauen betrifft. Diese Erkrankung zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass das Gewebe sich sehr resistent gegen Diäten und Sport zeigt. Ich hatte es immer mal geahnt, wollte es aber nicht wahrhaben. Schließlich hatte ich ja super abgenommen, auch wenn es an den Beinen verhältnismäßig wenig war.

Die behandelnden Ärzte haben mir bestätigt, dass die Ernährung und meine weiteren Maßnahmen sehr gut unterstützt haben, vor allem, weil es Wassereinlagerungen und Entzündungen im Gewebe reduziert. Und das habe ich über all die Jahre gemerkt. Wenn ich mal eher Low Carb lebe habe, lagere ich innerhalb kürzester Zeit Wasser ein. Das ist erst einmal nicht ungewöhnlich, das Kohlenhydrate Wasser binden – bei mir verschwindet es aber nur schwer. Das Lipödem kommt auch noch mit einer vermehrten Neigung zu blauen Flecken, Haut, die sich eigentlich immer kalt anfühlt und im inneren immer knotiger wird. Mit all dem kann ich mich arrangieren. Was schon schwieriger zu akzeptieren ist sind die Schmerzen, die ich jetzt in den heißen Wochen abends in den Beinen hatte. Jeder Schritt tat weh. Und ganz ehrlich, den ganzen Abend mit hochgelagerten Beinen zu verbringen ist auch unpraktisch.

Frust, weil meine Maßnahmen kaum greifen

Was mich aber tatsächlich am meisten frustet ist die Tatsache, dass ich seit der Krampfader-OP wieder schubweise vor allem an den Beinen zunehme. Und wir reden hier von insgesamt 15kg! Also keine Kleinigkeit. Egal, wie gut ich in Ketose bin, wie sehr ich auf ein angemessenes Kaloriendefizit achte und dass ich regelmäßig Sport mache. Ich kenne ein paar wenige Frauen, die haben über die ketogene Ernährung, eine optimale Aufstellung der Nährstoffe und gezieltes Training das Lipödem zurückdrängen können. Bei mir kommt es zumindest im Moment wieder…Zumal ich als Ernährungscoach doch viele Stellschrauben kenne, die sich nutzen lassen. Davon abgesehen, dass es Zweifel bei mir hinterlässt, wie es von Anderen wahrgenommen wird, dass ich nun wieder zunehme.

Aber davon möchte ich mich nicht leiten lassen, sondern weiter meinen Weg verfolgen – und das mit Messen, Anpassen und wieder messen. Und genügend Ruhepausen, damit der Stresspegel nicht zu hoch wird. Nunja, aus diesen Gründen habe ich mich entschlossen, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Endlich mal Daniela besuchen und gleichzeitig neue Erkenntnisse über meinen Körper zu erlangen. Denn aufgeben ist für mich keine Option!

Biohacking pur – mein Tag im Stoffwechselinstitut Innsbruck

Der Freitag fing super an: Mit einem großen Kaffee. Wer Daniela kennt Mehr braucht es nicht. Zumal man laut Institut mindestens zwei Stunden vor der Stoffwechselmessung nichts essen soll. Ab 8 Uhr waren wir vor Ort eingeplant – eh zu früh für mich, um mehr als Kaffee zu frühstücken. Schnell noch die Ketone checken: 0,4mmol. Jetzt nicht prickelnd, aber nach dem Sekt am Vorabend auch keine Überraschung. Zumal ich kurz nach dem Aufstehen immer einen verhältnismäßig hohen Nüchternzucker habe, zwischen 94mg/dl und 101 mg/dl. Dieses Auftreten ist bekannt und wird Dawn Phänomenon, also Morgendämmerungsphänomen genannt. Mit dem Aufwachen steigt kurzzeitig der Cortisolspiegel, damit wir buchstäblich aus dem Bett kommen. Die Leber wird ua durch das Cortisol, Wachstumshormone, dem Hormon Glukagon dazu angeregt, Zucker selbst herzustellen, in der sogenannten Gluconeognese. Tagsüber sinkt der Blutzuckerspiegel bei mir auf um die 75mg/dl – natürlich mit entsprechendem Abstand zu Mahlzeiten. Mein HbA1c, also der Langzeitzuckerwert, liegt immer um die 5, also absolut im grünen Bereich. 

Im Institut wurden wir gleich herzlich vom Team begrüßt – Julia, Julia und Maike. Ich durfte mir gleich alles ansehen, habe eine kurze Führung bekommen. Die dezente, schicke Einrichtung lädt zu einem entspannten Wellnesstag ein. Die Salzlounge bietet einen tollen Blick auf die Berge und verwöhnt gleichzeitig die kompletten Atemwege mit einem feinen Trockensalznebelder im Raum bei gleichbleibender Luftfeuchtigkeit verteilt wird. Meerklima in den Bergen. Es wirkt entspannend, desinfizierend entzündungshemmend und regt den Körper an, Schmutzpartikel wieder verstärkt abzutransportieren. Da ich zu viel Zeit mit den anderen Therapien verbracht habe, blieb hierfür keine Zeit mehr. Aber beim nächsten Mal bestimmt. Zumal in der Zwischenzeit sogar noch eine Mooswand angebracht wurde. Ich finde so schön gestaltete Mooswände extrem beruhigend.

Messen – für eine gezielte Unterstützung

Dann gab es einen ersten Blick auf die Kryo-Kammer. Ob ich wohl Daniela überzeugen konnte, sie auch mal zu testen? Bislang sträubt sie sich ja noch etwas vor Kälte, aber sie ist schon neugieriger geworden…  Im nächsten Raum sind auf den ersten Blick nur ein Laptop und ein kleines Gerät im Regal zu sehen – damit wird die Stoffwechselanalyse gemacht. Und auch eine Bioimpedanz-Waage steht dort, die sehr genau die Muskel-, Fett- und Wasserverteilung im Körper anzeigt. Nun ja, große Überraschungen erwarte ich nicht – ich weiß schließlich, was meine Waage mir in Summe anzeigt. Aber hey, wer weiß. Im letzten Behandlungsraum steht ein riesiger Massagesessel, daneben ein  Würfel, der auch ein kleiner Couchtisch sein könnte, auf dem ein Tablet liegt. Hier wird die Intervall-Hyper-Hypo-Oxytherapie gemacht, quasi ein Höhentraining im Massagesessel. 

Zu guter Letzt habe ich Jens Wilke kennengelernt. Jens ist Inhaber des Stoffwechselinstituts. Er ist studierter Apotheker (leitet auch gleich gegenüber eine recht große Apotheke) und hat seine Leidenschaft für Biohacking vor einiger Zeit entdeckt. Ein unglaublich sympathischer Mann, das wurde gleich in den ersten Sätzen klar. Und dazu extrem großzügig. Denn er meinte auf einmal „Tob dich aus, teste alles, woran du Spaß hast. Gerne auch mehrfach.“ Puh, da war ich sprachlos. Und das bin ich selten. Ich war davon ausgegangen, die Anwendungen zu bezahlen. An dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschön an Jens und das ganze Team – Ihr seid super! 

Bioimpedanz-Waage

Und dann ging es auch gleich los. Als erstes stand die Bioimpedanz-Waage an. Hier gab es entgegen meiner Erwartung doch zwei Überraschungen. Zum einen weist mein linker Arm rund 200g mehr Muskeln auf als mein Rechter. Und das, obwohlich Rechtshänder bin! Aber es bestätigte meine Beobachtung aus dem Kettlebelltraining der letzten Wochen, dass der rechte Arm ein bisschen schlapper war. Ok, also beim Training verstärkt darauf achten. Die zweite Überraschung war, dass mein Körperwasser an sich erniedrigt war. Und die Waage aufzeigen konnte, dass die Verteilung des Wassers nicht optimal ist. In den Zellen ist zu wenig Wasser, dafür staut es sich in den Zellzwischenräumen. Also das, was ich so auch bemerke. Also wende ich ab sofort wieder mehr von Danielas Tipps aus der TCM an. Dh jeden Tag Kraftbrühe, um den Körper besser mit Feuchtigkeit zu versorgen…

Stoffwechselanalyse

Stoffwechselanalyse

Die erste Stoffwechselanalyse

Dann wurde es richtig spannen. Denn die Stoffwechselanalyse würde mir schwarz auf weiß zeigen, wie gut mein Körper mit der ketogenen Ernährung klarkommt. Der Test an sich ist extrem simpel. Man sitzt auf einem Stuhl, bekommt eine Nasenklammer und atmet dann für ca. drei bis fünf Minuten in das Mundstück des Analysegerätes. Ganz ruhig und gleichmäßig, so wie immer. Das Ergebnis ist zweigeteilt. Es werden Parameter wie Sauerstoffverwertung, Kohlenstoffdioxidabgabe, respiratorischer Quotient Atemminutenvolumen und Atemfrequenz gemessen und miteinander in Beziehung gesetzt, so dass die aktuelle Stoffwechseltätigkeit festgestellt werden kann. Die genauen Ergebnisse zeige ich später. Denn die Auswertung dauerte einen Moment. In der Zwischenzeit durfte ich mich erst kurz abkühlen und dann Höhenluft im Sessel genießen.

Kryo-Kältekammer

Letztes Jahr habe ich auf der Sportmesse FIBO mal eine Kryokammer ausprobiert, die wie eine Liftfasssäule aussieht, oben offen ist und die Kälte mit Hilfe von Stickstoff produziert. Ich war doch irgendwie ein klitzekleines bisschen enttäuscht damals, da die ich glaube -120 Grad sich nicht richtig kalt angefühlt haben. Die trockene Kälte sorgt natürlich dafür, dass die Haut sich abkühlt, aber vom Eiswasser bin ich eine andere Wirkung gewohnt. Schneller, und intensiver. Mit sofortiger Stille im Hirn ;-). Die Kryo-Kältekammer im Stoffwechselinstitut ist wieder etwas anders. Hier wird die Kälte mit Strom erzeugt, ähnelt also etwas vereinfacht dem heimischen Eisfach. Mit dem klitzekleinen Unterschied, dass im Vorraum -30 Grad herrschen, in der Hauptkammer -110 Grad. Bei Außentemperaturen von knapp 30 Grad gegen halb 10 in Innsbruck freute ich mich auf  die Abkühlung. 

Also raus aus den Klamotten, rein in den Badeanzug. Plastiküberzieher über die Schuhe, Handschuhe

Ich in der Kryo-Kältekammer des Stoffwechselinstitut Innsbruck

Ich in der Kryo-Kältekammer

an, Kopfhörer mit Sommermusik auf die Ohren und Maske auf. Die beiden Letztern um die Hände, Ohren und Atemwege etwas zu schützen. Eine digitale Uhr vor der Kammer würde mir anzeigen, wieviel Zeit vergangen ist. 30 Sekunden in der Vorkammer und drei Minuten in der Hauptkammer. waren angesetzt, ich könnte aber auch länger drin bleiben, wenn mir danach ist. Ein kurzer Schauer lief mir über die Haut, als ich in die Vorkammer getreten bin, aber ich empfand es als sehr angenehm. Mit dem Blinken der Lichter ging es dann also in die Hauptkammer. 

Und ja, es ist ein Unterschied zu den stickstoffbetriebenen Kammern. Die Kälte ist feuchter, wie ich schnell feststellen konnte. Denn meine Wimpern klebten leicht zusammen. Ich hatte die Augen geschlossen, um ganz bewusst die Reaktionen meines Körpers wahrzunehmen und die Kälte zu beobachten. Die Zeit ging relativ schnell um und doch beschloss ich in der letzten Minute, dass ich es nicht verlängern würde. So angenehm die Kälte fast überall am Körper war, und gut auszuhalten, so unangenehm war sie direkt am Knöchel. Denn ich hatte keine Socken an – und war die erste, die die Kammer ohne Socken testete. Meine Knöchel sind wohl eine der ganz wenigen Stellen, wo quasi kein Fett als Schutzschicht dient. Und da ich weder mir noch anderen etwas beweisen muss und ich weiß, dass auch drei Minuten den Stoffwechsel nachhaltig anregen, ging ich dann mit Ablauf der drei Minuten wieder aus der Kammer raus.

Intervall-Hyper-Hypo-Oxytherapie (IHHT)

Nachdem ich wieder angezogen war, brachte Maike mich in den Raum mit dem tollen Massagesessel und einem geniale Blick auf die Berge. Es warten 50 Minuten Training auf mich. Während ich im Sessel sitze und massiert werde. Hey, das klingt nach  DEM Training für mich. Auch wenn ich echtes Training natürlich sehr schätze. Vor allem, wenn die Muskeln danach so herrlich schlapp sind und ich ohne schlechtes Gewissen auf die Couch dar. Also wie funktioniert  das IHHT nun? Das Stoffwechselinstitut erklärt es auf seine Seite so:

„Das IHHT Zelltraining aktiviert und stärkt die Kraftwerke der Zellen auf einzigartige Weise. Sie abwechselnd Luft mit wenig Sauerstoff (Hypoxie) und Luft mit viel Sauerstoff (Hyperoxie) ein. Die körperliche Reaktion auf die sauerstoffarme Luft ist mit einem Ausflug in die Berge oder einem körperlichen Training zu vergleichen. Das Herz schlägt schneller und es wird häufiger und tiefer geatmet. Durch den Trainingsreiz bekommt die Zelle nicht nur mehr Sauerstoff, sondern es werden auch das Selbstheilungs- & Regenerationspotential der Zelle angeregt. Der schwankende Sauerstoffgehalt bewirkt, dass vorgeschädigte Mitochondrien zerstört werden und die Bildung von neuen, voll funktions- und leistungsfähigen Mitochondrien beschleunigt wird.“ Stoffwechselinstitut Innsbruck .

Mich hat Maike mit einem Sauerstoffwert von 13,5 % trainiert. Im Intervall von jeweils 5 Minuten Hypophase und 5 Minuten Hyperphase haben wir so meine Sauerstoffsättigung unter 85 % bekommen. Dadurch werden die Mitochondrien angeregt, stärker zu arbeiten. Auch die Neubildung von Mitochondrien kann durch dieses Training erfolgen – anfangs zweimal pro Woche für mindestens vier Wochen und danach kann auf einmal pro Woche reduziert werden, um die Leistung konstant zu stabilisieren.

Es war auf jeden Fall das angenehmste Training, dass ich je absolviert hab. Auch wenn das typische Gefühl angestrengter Muskeln fehlt. Aber diese Art von Training hat den Vorteil, dass sich zumindest bei mir schon währenddessen eine angenehme Entspannung eingestellt hat. Wenn ich mal länger in Innsbruck bin, will ich zwei bis drei Termine machen um zu sehen, ob sich der Körper schon in so kurzer Zeit anpasst.

Überraschende Ergebnisse der Stoffwechselanalyse

Als die IHHT zu Ende war, durfte ich mit Daniela den Konferenzraum ansehen – und wir haben schon so viele Ideen, was wir hier gemeinsam machen können! Aber das wurde ganz schnell zu Nebensache, als Julia mit dem Testergebnis hereinkam. Sie meinte: Der ist zu gut, ich ich würde den gerne nochmal machen. Bitte wie? Zu gut? Genial. Ich hatte tatsächlich volle Punktzahl erreicht. 400 von 400 Punkten. Die für mich größte Überraschung: Ich habe laut der Atemanalyse einen RUHEUMSATZ von 2750 Kalorien. Die ich auch komplett aus dem Fettkalorienanteil hole. Dh das Verbrennungsprofil ist optimal, da Fettverbrennung und Zuckerverbrennung jeweils ideal laufen. Ist doch mal ein super Ergebnis, nach so langer Zeit Keto! Mal sehen, ob es so bleibt. 

Stoffwechselanalyse Nr. 1

Stoffwechselanalyse Nr. 1

Eine weitere Überraschung: Die Ruhestoffwechselrate (Resting Metabolic Rate, RMR) zu hoch! Klingt erst einmal paradox, könnte man doch meinen, je höher, desto besser funktioniert die Abnahme. Aber das ist nicht so. Der ideale Wert liegt bei 90 – 120 %, mein gemessener Wert bei 164%. Dh hier wirken sich zB. Faktoren wie Stress aus – und ein dauerhaftes, zu großes Kaloriendefizit. Den bislang habe ich mich an  die üblichen Berechnungen gehalten. Und die zeigen, dass ich laut Formel einen Grundumsatz von 1643 Kalorien am Tag habe, dh. das verbraucht der Körper für die lebenswichtigen Funktionen, ohne Bewegung. Für meine durchschnittlichen Bewegungen kommen im Schnitt 700-1000 Kalorien oben drauf. Ich habe mich immer grob an einem Wert von 1800 Kalorien/Tag orientiert. Wobei ich in den letzten Monaten, seit ich mich überwiegend Carnivore ernährt habe, diese selten erreicht hab. Einfach, weil ich keinen Hunger hatte. 

Funktioniert das Gerät richtig?

Die Stoffwec hselanalyse hat jetzt gezeigt, dass ich einen Ruheumsatz von 2750 Kalorien, habe. Also ohne Bewegung! Aber da war ich ganz bei Julia, wollte den Test wiederholen. Denn dann wäre es kein Wunder, dass mein Körper alles einlagert, was er bekommt. Noch zwei interessante Ergebnisse: Die Sauerstoffaufnahmefähigkeit ist optimal und die respiratorische Säurelast auch, eher schon fast etwas basisch. Soviel zum Thema, Fleisch macht sauer. Verwundert aber nicht, da Ketone basisch wirken, Zucker zB sauer. Die Gesamtbeurteilung der Stoffwechselqualtität fällt ebenfalls optimal aus. 

Da Julia sichergehen wollte, dass das Gerät für den nächsten Test definitiv richtig funktioniert, hat sie es während meines IHHT noch einmal neu kalibriert. Wir waren alle extrem gespannt, was der neue Test zeigt. Zumal ich in der Zwischenzeit in der Kältekammer war und das IHHT gemacht hab. Beides regt den Stoffwechsel an. Also keine 100%ige Vergleichbarkeit, aber mal sehen.

Stoffwechselanalyse Nr 2

Also auf in Runde 2. Wieder die Naseklemme aufgesetzt, in das Gerät atmen. Julia konnte schon während der Messung an einzelnen Punkten erkennen, dass sich kaum etwas geändert hat. Atemfrequenz und Atemminutenvolumen waren identisch. Für die eigentliche Auswertung brauchte das Gerät wieder etwas Zeit. Da wir alle total neugierig waren, haben wir spontan beschlossen, noch eine dritte Messung zu machen. 

Ein Eis im Dienste der Wissenschaft

Ein Eis im Dienste der Wissenschaft

Die einzige Änderung dazwischen: Ein Eis. Ein ganz normales, zuckerhaltige Eis aus dem Eiscafé. Wir wollten sehen, wie mein Stoffwechsel auf die ungewohnt hohe Zufuhr von einfachen Kohlenhydraten reagiert. Und da es sich zu zweit besser genießen lässt, hat sich Daniela ebenfalls „geopfert“. Wir haben also im Dienst der Wissenschaft ein Eis essen müssen. Ich habe mich für einen Bananensplit entschieden, den ich in der Form das letzte Mal vor sechs Jahren gegessen habe. Zwei Kugeln Vanilleeis, eine Schoko, eine reife Banane, darüber Sahne und etwas Schokosoße. Das Eiscafé gehört offenbar zu denen, die noch wissen, wie richtiges Eis ohne kiloweise Zucker gemacht wird. Trotzdem standen mir irgendwann die Haare auf den Armen zu Berge, da es mir echt zu süß wurde. Aber es war erträglich.

Stoffwechselanalyse Nr 3

Genau 30 Minuten nach dem Eis – mein Körper sollte Zeit haben, den Zucker ins System zu schleusen – saß ich wieder bei der Messung. Und ich merkte es selbst, ich war unruhiger, die Atmung schneller. Aber wie schon bei den vorherigen Messungen brauchte auch hier die Auswertung etwas Zeit. Daniela und ich haben uns auf die Dachterrasse gesetzt, die Sonne und Aussicht genossen und weiter ein bisschen Brainstorming mit unseren Ideen gemacht. Bis Julia uns Bescheid gab, dass nun auch die beiden letzten Auswertungen vorlägen. Ich war so neugierig und aufgeregt! 

Ergebnis Test Nr. 2

Stoffwechselanalyse Nr 2

Ergebnis der zweiten Stoffwechselanalyse

Nahezu identisch zum ersten Test. In der Gesamtauswertung 394 Punkte von 400, also nur minimal niedriger. Der Verbrennungsindex ist um 0,04 zurückgegangen, auch die Sauerstoffaufnahmefähgkeit hat sich etwas verschoben, aber immer noch im hohen optimalen Bereich. Die Atemfrequenz ist gleich geblieben, das Atemminutenvolumen (also der Luftverbrauch pro Minute) ist um 0,9l gestiegen. Zwei Punkte haben sich noch deutlich verändert: Die Ruhestoffwechselrate ist noch einmal gestiegen. Von 164% im  ersten Test auf 174% im zweiten. Aber noch viel krasser: Der Ruheumsatz ist noch einmal gestiegen! Jetzt lag er schon bei 2912 Kalorien! Nutzt aber hierfür immer noch zu 100% die vorhandenen Fettkalorien. Wahnsinn. Hier ist aber zu bedenken, dass die Kälteanwendung und das IHHT durchaus seine Wirkung zeigen. Aber in Summe zeigte dieser Test, dass das Gerät im ersten Durchgang wohl richtig eingestellt war.

Ergebnis Test Nr. 3

Stoffwechselanalyse Nr. 3

Mein Stoffwechsel reagiert deutlich auf die hohe Zuckerzufuhr.

Jetzt wird es spannend. Was hat mein  Körper mit der ungewohnten Zuckerzufuhr gemacht? Bei der Auswertung von Test Nr. 3 wurde gleich in der Gesamtübersicht deutlich, dass sich einiges verschlechtert hatte. Von vormals 400 bzw 394 Punkten, kam ich jetzt nur noch auf 379 Punkte. Am deutlichsten hat sich die Atemfrequenz verändert, von vorher 5,6l/Minuten auf jetzt 8,2l/Minuten! Auch das Atemminutenvolumen ist deutlich um 2l/Minute gestiegen auf 9,6l/Minuten. Auch die Sauerstoffaufnahmefähigkeit ist merkbar zurückgegangen, von zuletzt 7,0 auf nun 5,8.  Die Ruhestoffwechselrate ist tatsächlich nochmal höher (in dem Fall schlechter) geworden und lag nun bei 181%. Doch der Hammer: Der Ruheumsatz ist noch einmal gestiegen, auf jetzt 3034 Kalorien! Die Fett- und Zuckerverbrennung liefen immer noch optimal.

Toller Tag mit Gleichgesinnten

Ich bin von den Tests und den Ergebnissen total überrascht und begeistert. Und in dem abschließenden Gespräch mit Jens kam so viel Begeisterung für die Methoden aus dem Biohacking zu Tage (ich sag nur Eisbad, Nahinfrarotlichttherapie) dass wir uns alle noch viel länger ausgetauscht haben, als geplant. Und ich wurde gefragt, wann ich das nächste Mal wieder komme. Denn es stehen wohl noch ein paar Neuanschaffungen an, die ich hier noch nicht verraten möchte. Was soll ich sagen? Ich bin ein williges Versuchskaninchen ;-) Und da ich sowohl meinem Hauptjob als auch mein Coaching ortsunabhängig nachgehen kann, werde mich wohl dieses Jahr wohl noch einmal ein paar Tage bei Daniela und ihren Katzen einquartieren. Da werde ich natürlich auch wieder berichten…

Im Anschluss an die Zeit im Institut sind Daniela und ich noch etwas durch Hall gebummelt, haben einen Kaffee und das tolle Wetter genossen. Als wir wieder zuhause waren, hab ich spaßeshalber den Ketonwert gemessen (leider hatte ich vergessen, das Gerät mit ins Institut zu nehmen), hatte damit gerechnet, rausgeflogen zu sein. Und noch eine Überraschung: Das Gerät zeigte allen Ernstes einen Ketonwert von 1,0mmol an! Für mich ein klarer Beweis, dass ich zum einen über die Jahre eine sehr gute metabolische Flexibilität aufgebaut habe. Und, dass die Kältetherapie extrem lange nachwirkt. Könnte mir vorstellen, dass hier auch die IHHT noch einen positiven Einfluss auf die Verstoffwechselung des zugeführten Zuckers hatte.

Fazit

Tja, und nu? Da stehe ich, mit einem Ergebnis das mir sagt: Du musst deutlich mehr essen. Na toll. Eigentlich sollte ich mich darüber freuen. Da ich aber so schon kaum Hunger hatte, könnte das etwas anstrengend werden könnte. Und tatsächlich. Seit den Tests sind jetzt zwei Wochen vergangen und ich habe es an fast allen Tagen geschafft, rund 2750 Kalorien zu essen. Ich orientiere mich an dem zuerst gemessenen Ruheumsatz, denn der ist schon ordentlich hoch. Und so habe ich mit dem täglichen Sport und der allgemeinen Bewegung immer noch ein moderates Defizit. Wobei hier zu überlegen wäre, ob ich für eine Zeit ganz auf ein Defizit verzichten sollte. Aber mal ehrlich, es ist so schon echt viel, pro Mahlzeit fast 1000 Kalorien zu verzehren. Und Achtung, eine Kalorie ist nicht gleich einer Kalorie! Hier kommt es auch auf die Nährstoffdichte und Zusammensetzung der Lebensmittel an, wie der Körper damit umgeht. Haben schon A. Kekwick und G.L. Pawan 1969 im The Lancet veröffentlicht. Danke an Julia Tulipan, die dieses Zitat gerade auf Facebook veröffentlicht hat – sehr passend!

Vor ein paar Tagen war meine Waage nochmal um knapp 1,3kg hochgegangen. Da ich zu dem Zeitpunkt aber auch durch die Hitze extrem viel Wasser eingelagert hatte, habe ich mich gezügelt und nicht dem panischen Gedanken nachgegeben, wieder weniger zu essen. Stattdessen habe ich meine Salzaufnahme noch gleichmäßiger über den Tag verteilt. Und nach einem Gespräch mit Daniela darüber, dass mir meine leckere Knochenbrühe extreme Hitze bereitet, ihrem Hinweis nachgegeben, dass auch die Knochenbrühe zu Wassereinlagerungen führen könne. Ok, also Knochenbrühe wieder weggelassen. Und es funktioniert? Seit vorgestern geht die Waage täglich in kleinen Schritten wieder nach unten. Aktuell bin ich bei einem Kilo weniger als bei den Tests. Ist natürlich nichts, was Bestand haben muss, denn bei täglichen Schwankungen kommen Faktoren wie eingelagertes Wasser und Nahrungsreste im Darm zum tragen. Aber ich werde es beobachten. Und nicht aufgeben.

An dieser Stelle geht noch einmal ein ganz dickes Dankeschön an Daniela Pfeifer, dafür, dass ich zu dir kommen durfte und dass du mich mit zum Stoffwechselinstitut genommen hast! Und an das Team vom SWII – Ihr seid echt toll. Euer Institut lädt zum verweilen ein und ist für all diejenigen ein Paradies, die ihren Körper optimal unterstützen möchten. Danke für Eure Großzügigkeit und Eure Begeisterung. Die Zeit in Innsbruck war so toll, dass ich definitiv wiederkomme! Oder Ihr macht einfach ein Zweigstelle irgendwo zwischen Frankfurt am Main und Köln auf ;-)

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Über den Autor

Miriam

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Ich heiße Miriam Hoffbauer, bin Jahrgang ’78 und ernähre mich seit Dezember 2014 kohlenhydratarm. Auf ketoVida teile ich meine Erfahrungen mit der ketogenen Ernährung und wie diese auch dir auf dem Weg zu einem gesunden und schlanken Leben helfen kann.

4 Kommentare zu “1300km Fahrt für mehr Klarheit über meinen Stoffwechsel”

  1. Hallo nach Heiligenroth :-) habe gerade deinen Bericht gelesen und so ein Stoffwechselinstitut gibt es wohl NICHT in Deutschland; oder doch?
    Danke schon mal für Deine Antwort
    LG Sandra

    1. Hallo Sandra,

      ob es ein Stoffwechselinstitut genau mit den Angeboten auch in Deutschland gibt, habe ich noch nicht geschaut. Aber die einzelnen Therapien gibt es definitiv. Und wer weiß, vielleicht eröffnet Jens bald eine Filiale in Deutschland…

      Liebe Grüße,
      Miriam

  2. Wow, danke liebe Miriam, für diesen extrem spannenden Artikel!
    Von einem Ruheumsatz hör ich das erste Mal und versteh nicht ganz, was er bedeutet ;)
    Ansonsten bestätigt es mir wiedermal weiterhin Keto zu essen, tolle Motivation!
    (Nicht, dass ich je etwas anderes im Sinn gehabt hätte :))
    Ich grüss dich ganz herzlich, lange ists her:
    Evelyn

    1. Hallo liebe Evelyn,
      Es ist wirklich lange her! Hoffe, die geht’s gut? Entschuldige meine späte Antwort, irgendwie wissen mir die Kommentare nicht angezeigt bis jetzt 🙈Um auf deine Frage zu antworten:
      Der Ruheumsatz ist der Energieverbrauch eines Menschen im Sitzen, im nüchternen Zustand, leicht bekleidet, bei einer Umgebungstemperatur von 20 Grad. Durch den Energieaufwand für das Sitzen ist der Ruheumsatz etwas höher (ca. 10%) als der Grundumsatz. Als Grundumsatz wird der Kalorienverbrauch im Liegen bezeichnet.

      Ganz liebe Grüße,
      Miriam

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