Wie du gezielt deine Heilung nach einer Operation unterstützt

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Ich bin ein Freund davon, dem Körper zu helfen, sich selbst zu heilen. Das geht in vielen Fällen, in dem wir ihm die richtigen Nährstoffe, Ruhe, Bewegung und Sonnenlicht geben. Aber manchmal reicht das alleine trotz allem nicht aus. Wie bei mir. Ich musste mich vor anderthalb Wochen einer Operation unterziehen. Meine Stammvenen wurden verödet, zwei Seitenastvenen wurden entfernt. Warum? Weil ich sogenannte Krampfadern hatte.

Krampfadern – was steckt dahinter?

Schematische Darstellung der Arterien und Venen (Grafik Blutwert.net)

Schematische Darstellung der Arterien und Venen (Grafik Blutwert.net)

Kleiner Exkurs in dir Biologie. Unser Körper ist durchzogen von Gefäßen, die eine zentrale Aufgabe haben: den Transport unseres Blutes, angetrieben durch das Herz. Man unterscheidet dabei zwei Arten: die Arterien, die das Blut vom Herzen in den Körper pumpen, und die Venen (griech. phlebo), die das Blut zurück zum Herzen transportieren. Aus den Beinen heraus müssen die Venen sogar gegen die Schwerkraft arbeiten. Und damit das funktioniert, hat die Natur Venenklappen eingebaut. Diese öffnen sich nur in eine Richtung: Richtung Herz.

Mit jedem Herzschlag wird also das Blut Richtung Herz gepumpt, durchfließt dabei die Klappen. Dann schließen sich diese und verhindern so, dass das Blut wieder zurückfließt. Unterstützt werden die Venen durch die Muskulatur. Bewegung und Training sowie der Wechsel von warm zu kalt und zurück (Kneippkuren) stärken diese Funktion. Manchmal reicht das nicht. Schwaches Bindegewebe und Vererbung sorgen bei etwa „32 Millionen Deutschen für leichte Venenbeschwerden. Darunter sind Krampfadern die häufigste Venenerkrankung: Jede zweite Frau und jeder vierte Mann sind davon betroffen.“(1) Wer mehr zur genauen Funktion der Venen lernen möchte, und das leicht verständlich, liest am besten diesen Beitrag auf netdoktor.de (Link vom 13.04.19).

Oftmals als optische Beeinträchtigung abgetan, sind Krampfadern jedoch auf Dauer eine ernstzunehmende Erkrankung. Durch Gefäßerweiterungen oder Entzündungen schließen die Venenklappen nicht mehr richtig (wird als Insuffizienz bezeichnet) und es kommt zum Blutrückstau. Das führt im leichtesten Fall zu „schweren“, angeschwollenen Beinen. Es können sich daraus aber auch immer wieder Entzündungen und Thrombosen entwickeln, aber auch Unterschenkelekzemen und schlecht heilenden Geschwüre auftreten.

Zur Vorbeugung eignen sich Sport, regelmäßig Wechselduschen/Bäder á la Kneipp und Beine hochlegen. Die genetische Prädisposition lässt sich aber nur bedingt aufhalten. Je nach Fortschritt der Erkrankung wird es notwendig, eine Kompression zu tragen. Diese Strümpfe/Strumpfhosen/Leggings werden auf Maß angefertigt und sitzen so eng, dass sie den Kapillareffekt unterstützen, das Aufsteigen von Flüssigkeiten in engen Röhren (Kapillaren). Ab einem gewissen Punkt ist es jedoch nicht mehr ausreichend, und die betroffenen Venen müssen verödet oder entfernt werden. Die Transportfunktion des Blutes wird von den verbleibenden Venen übernommen – die dies zu diesem Zeitpunkt zum Teil sowieso schon übernommen haben.

Vergleich der Funktion einer gesunden Vene mit einer Krampfader (Grafik www.die-varikose.de, 13.04.2019)

Vergleich der Funktion einer gesunden Vene mit einer Krampfader (Grafik www.die-varikose.de, 13.04.2019)

Vorbereitung auf die Operation

Der Vorteil bei geplanten Operationen ist, dass man sich darauf vorbereiten kann – mental, aber auch physisch. Jeder Eingriff stellt eine Belastung für den Organismus dar, den man nicht unterschätzen sollte. Aber man kann viel dafür tun, die Heilung im Nachgang bestmöglich begleiten kann. Dazu gehört es auch, Nährstoffmängel auszugleichen. Davon mal abgesehen, dass man diese immer ausgleichen sollte, ist es gerade mit die Belastung und die Heilungsarbeit, die dein Körper nach der OP leisten muss.

Vitamin D3-Level optimieren

Ein Vitamin D3-Mangel hat viele Nachteile, so zeigen Studien unter anderem Zusammenhänge mit Alzheimer-Demenz, Herzerkrankungen, (Schwangerschafts-) Diabetes, Asthma und Krebserkrankungen. Die Bezeichnung Vitamin D ist eigentlich falsch, denn es ist ein Prohormon. Da es bei der Entdeckung noch für ein Vitamin gehalten wurde, behielt man die Bezeichnung bei. Vitamin D ist  im ein essentieller Bestandteile vieler Stoffwechselvorgängen. Unter anderem wird es durch die Sonne aktiviert und durchläuft eine Umwandlungzum Hormon „Calcitriol“. In dieser Form ist es unter anderem für die Versorgung des Körpers mit Kalzium verantwortlich und beeinflusst die Stabilität der Knochen. Ist also auch bei Knochenbrüchen ein Faktor, der die Heilung beeinflusst.

Calcitriol moduliert auch das Immunsystem. Bei einer guten Versorgung sind die Risiken für Infekte, gerade der Atemwege, reduziert. Vor allem in der Immunabwehr ist Vitamin D aktiv, es regt die Produktion antimikrobieller Peptide an, die quasi körpereigene Antibiotika sind, indem sie Bakterien binden und neutralisieren können. Diese Peptide regen auch die Neubildung von Blutgefäßen (sehr wichtig, wenn große Blutgefäße entfernt werden!) und den Wundverschluss an. So können Wundinfektionen und schlecht heilende OP-Wunden verhindert werden.

Auch wenn jetzt die Sonne in Deutschland langsam wieder intensiv genug ist, damit Vitamin D in der Haut gebildet werden kann, ist es schwer, einen Mangel auszugleichen. Daher lohnt es sich hier, bei einem festgestellten Mangel (z. B. beim Hausarzt oder über einen Selbsttest für zuhause) gezielt aufzufüllen. Auch Vitamin D-Berater und Orthomolekulartherapeuten helfen hier, die benötigte Dosis zu berechnen. Die Website von Prof. Dr. Spitz, einem von Deutschlands führenden Vitamin D-Spezialisten, bietet einen Rechner, um eigenverantwortlich aufzufüllen. Dort gibt es auch ein tolles Video mit dem Professor, in dem er noch einmal näher auf die Wichtigkeit des Vitamins eingeht.

Ernährung: Low Carb High Fat, Ketose und Eiweiß

Unabhängig davon, welche Ernährungsform du im Allgemeinen lebst. Mit Blick auf eine anstehende OP ist es sinnvoll, die Kohlenhydratmenge zu reduzieren und die guten Fette in der Ernährung zu erhöhen. Denn ein Zuviel an Kohlenhydraten, vor allem aus Zucker und Weißmehl, „füttern“ die stillen und aktiven Entzündungen im Körper. Wer schon Erfahrung mit der Ketose hat, der kann auch wieder eine ketogene Phase einlegen. Ich habe das getan, zum Einen, weil ich mich damit generell wohler fühle, und zum Anderen, weil mir die behandelnden Ärzte schon im Vorfeld gesagt haben, dass ich so weitermachen soll, da es eben die Entzündungen senkt.

Direkt vor der OP habe ich die Anästhesistin darauf hingewiesen, dass ich ketogen unterwegs bin, weil ich nicht wusste, ob sie durch den veränderten Stoffwechsel für die Narkose ergeben. Zu meinem Erstaunen lebt diese selbst ketogen und meinte, dass es zwar gut zu wissen ist, aber keine Auswirkung hat. Da ich aber weiß, dass nicht alle Ärzte so gut über die Ketose informiert sind, kann es hier ggfs. zu Rückfragen führen oder gar gegenteilige Reaktionen.

Rolle der Aminosäuren im Heilungsprozess nach der Operation

Ein Aspekt, der gerade mit Blick auf die Ketose oft zu Diskussionen führt, ist die Eiweißmenge die täglich zugeführt werden kann, ohne die Ketose zu behindern. Die generellen Empfehlungen lauten hier 0,8 – 1,2g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Dies ist natürlich sehr generell und beachtet nicht, dass der Körper vollkommen unterschiedlich auf Eiweiße reagiert. Ja, er kann daraus bei Bedarf Kohlenhydrate herstellen und manche reagiert er mit einem erhöhten Insulinausstoß. Meine Kolleginnen Petra Mikaelsson und Wibke May haben hierzu einen wunderbaren Artikel verfasst, der noch einmal detailliert auf die Unterschiede eingeht. Und vor allem, warum die richtige Menge an Eiweiß so notwendig ist.

Baustoffe des Körper

Eiweiße sind die Baustoffe des Körpers. Und gerade diese werden nach einer OP in höherem Maße benötigt als sonst. Denn der Körper muss die verursachten Wunden schließen. Auch dient die erhöhte Proteinzufuhr dem Erhalt der Muskulatur, die aufgrund der eingeschränkten Leistung schneller abgebaut wird. Ich zum Beispiel sollte zwar viel gehen, durfte aber weder großartig Dinge tragen, geschweige den (Kraft-)Sport machen. Es gibt mehrere Studien, die zeigen, dass bei eingeschränkter Bewegung vor allem die Einnahme der essenziellen Aminosäuren den Muskelabbau reduziert (2, 3, 4) und die Wundheilung unterstützt.

Hier gilt also, lieber den Eiweißen den Vorzug zu geben, als der Ketose (es sei denn, es gibt medizinische Gründe, warum die Ketose unbedingt einzuhalten ist – aber dann solltest du auch mit Blick auf die OP eng mit dem behandelnden Arzt abstimmen!). Wichtig ist (wie sonst natürlich auch) die Quelle der Proteine. Möglichst von Tieren aus artgerechter Weidehaltung, bzw. bei Fischen aus Wildfang. Kaltwasserfisch ist auch eine sehr wichtige Quelle für Omega 3 Fettsäuren, hier darf also gerne stärker zugegriffen werden. Es können auch hochwertige Nahrungsergänzungsmittel genommen werden, in dem alle die Aminosäuren entsprechend vorhanden sind.

Omega 3 Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend, insbesondere die marinen Omega-3-Fettsäuren EPA (eicosapentaenoic acid) und DHAdocosahexaenoic acid (5). Omega 3 Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren und essentiell für den Körper, dh. sie müssen täglich über die Nahrung aufgenommen werden. Sie regen die Produktion der Prostaglandine an (6). Prostaglandinde sind Hormone, die neben vielen anderen Funktionen die Entzündungs- und Immunreaktionen steuern. Auch haben Omega 3-Fette eine abschwellende Wirkung.

Wichtig ist es hier, möglichst ein Verhältnis von 2:1 mit Omega 6-Fetten zu erreichen. Also 2 Teile Omega 6 zu einem Teil Omega 3 zu sich zu nehmen. In der normalen westlichen Ernährung liegt das Verhältnis meist eher bei 20:1 und höher zugunsten der Omega 6-Fettsäuren, was entzündungsfördernd ist. Wer nicht jeden zweiten Tag Fisch essen möchte, sollte hier zu hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln greifen, gerade nach einer OP.

Starke Helfer: Vitamine & Co

Neben dem bereits oben genannten Vitamin D gibt es viele weitere Vitamine, Mineralien und Enzyme, die die Heilung beschleunigen. Die wichtigsten zeige ich hier auf:

Vitamin A

Das fettlösliches Vitamin A ist ein sehr wirksames Antioxidans und essentiell für diverse Funktionen im Körper. Es beugt Infektionen vor und bekämpft Entzündungen und ist für den Aufbau und die Erhaltung von Epithelgewebe der Haut und der Schleimhäute notwendig. Epithelgewebe besteht aus ein- oder mehrlagigen Zellschichten, die fast alle inneren und äußeren Körperoberflächen bedecken. Bei oberflächlichen Wunden sieht man es vom Rand der Wunde zur Mitte hin zuwachsen. Des Weiteren steuert Vitamin A die Teilung und Spezifizierung von Körperzellen schützt es die Zellen vor der Schädigung durch Freie Radikale.

B-Vitamine

Bei den B-Vitaminen handelt es sich um eine Gruppe Vitamine, die essentiell für den Körper sind, da sie an der Energieproduktion beteiligt sind. Jedes einzelne B-Vitamin ist an diversen Stoffwechselprozessen beteiligt, ohne die der menschliche Körper nicht funktionieren würde. Niacinamid (Vitamin B3) ist wesentlich an der Energieproduktion in den Zellen beteiligt. Dadurch trägt es zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Auch für die Regeneration von Nerven, Muskeln und der DNA spielt es eine entscheidende Rolle. Ich war nach der Operation noch rund vier Wochen ständig müde – natürlich wirkten hier auch andere Faktoren mit rein. Aber eine kontinuierliche Supplementation eines Vitamin B-Komplexes hat da auf jeden Fall geholfen.

Vitamin 5 – auch Pantothensäure genannt, trägt zu einer normalen Wundheilung im Anschluss an die Operation und dem Aufbau von Binde- sowie Knorpelgewebe bei. Biotin, auch Vitamin B 7 bezeichnet, ist beispielsweise wichtig für das Wachstum und die Lebensdauer der Blutzellen, der Hautzellen und des Nervengewebes. Vitamin B 12 hat vielfältige Funktionen im Körper. Mit Blick auf die Folgen einer OP ist es vor allem notwendig für das normale Wachstums und die Entwicklung der Nerven sowie für die Produktion von roten Blutkörperchen. Bei nicht-veganer Ernährungsweise besteht in der Regel keine Gefahr für einen B12-Mangel.

Vitamin C

Vitamin C (und seine Wichtigkeit für die Gesundheit sind schon lange bekannt. Es stärkt bekanntermaßen das Immunsystem, aber es ich auch wichtig für die Bekämpfung von Entzündungen. Ohne Vitamin C können keine Haut, Haare, Bindegewebe oder Knochen aufgebaut werden, da es in seiner Funktion als Coenzym an der Bildung von Kollagen beteiligt ist. Ebenso stärkt es die Blutgefäße, womit es gerade bei der Behandlung von Krampfadern eingesetzt werden sollte. Nach der OP kann es verstärkt oral eingenommen werden. Natürlich enthalten Obst und vor allem Gemüse viel Vitamin C, aber in der Menge, wie es nach einer OP benötigt wird, macht es Sinn, auf Pulver oder sogar Hochdosis-Infusionen zu setzen. Diese werden mittlerweile von vielen Ärzten und Heilpraktikern angeboten.

Enzyme – Bromelain und Papain

Den Enzymen Bromelain und Papain wurden in mehreren Studien abschwellende und entzündungshemmende Wirkungen nachgewiesen (8, 9). Diese Enzymen aus der Ananaspflanze (Bromelain) und der Papaya (Papain) gehören zu den sogenannten Cysteinproteasen; sie haben eine eiweißspaltenden Wirkung. Bromelain senkt den Spiegel des Gewebshormons Bradykinin, das an der Entstehung von Schmerzen und Schwellungen beteiligt ist. So werden die kleinen Blutgefäße weniger durchlässig und es wird verhindert, dass sich Flüssigkeit im umliegenden Gewebe sammelt und so Schwellungen verursacht.

Papain zeigt vor allem eine antibakterielle, antientzündliche und antioxidative Wirkungen. Zusammen mit anderen Proteasen wie dem Bromelain kann Papain dazu beitragen, dass Ödeme, Schmerzen und Entzündungen reduziert werden. Achtung, da Bromelain wohl auch die Thrombozytenaggregation hemmt, also das Verkleben von Blutplättchen zum Verschluss einer Wunde, sollte das Enzym nicht kurz vor der Operation genommen werden. Ich selbst habe erst am Tag danach damit gestartet.

Zink

Zink (10) ist ein essentielles Spurenelement, das in fast jeder Zelle des Körpers vorkommt und den Stoffwechsel in den Zellen reguliert. Seine wohl bekannteste Eigenschaft ist die Stärkung des Immunsystems. Es aktiviert Immunzellen. Auch benötigt die Haut nach der Operation Zink zur Regeneration, Wundheilung und Zellerneuerung, weshalb sich ein Zinkmangel besonders auf die Haut auswirkt. Der Zinkbedarf des Körpers kann normalerweise problemlos durch eine ausgewogene Ernährung gedeckt werden. Durch außergewöhnlichen Belastungen , wie z.B. während der Schwangerschaft oder durch Infektion, Entzündung, Operationen, oder Stress, werden die Zinkdepots des Körpers schnell aufgebraucht.

Weitere Kurzinformationen zu Vitaminen, ihren Wirkweisen und Vorkommnissen findest du in den Artikeln „Das kleine Vitamin ABC – Teil 1“ und „Das kleine Vitamin ABC – Teil 2„. Wenn du Dosierungsangaben zu den oben genannten Helferlein suchst, dann sei dir bitte immer bewusst, dass diese nur allgemeingültig sein können. In deinem individuellen Fall können andere Dosierungen notwendig sein, weshalb ich immer eine Beratung durch einen Arzt, Orthomolekulartherapeuten oder Heilpraktiker empfehle, der idealerweise erst den Status Quo per Labortests analysiert und dann individuelle Dosierungen verschreibt. Einen sehr guten Einstieg mit Dosisempfehlungen gibt der Artikel „Nährstoffe nach OP – Gezielter Einsatz von Orthomolekularer Medizin“ von Niels Schulz-Ruthenberg (11). Er  ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Ernährungsmedizin und Sportmedizin in Hamburg.

Wim Hof Atmung und Kältetherapie

Wenn du meinem Blog schon länger folgst, dann weißt du, dass ich ein Fan des (verrückt wirkenden) Niederländers Wim Hof bin. Warum? Weil er über eine gezielte Atemtechnik und Kältetraining den Körper stärkt, sich selbst zu heilen. Die starke Versorgung des Körpers mit Sauerstoff über die Atmung, sowie die gezielte Nutzung von Kälte (egal ob die Temperaturen draußen im Winter/Frühjahr, oder via kaltem Wasser) stärken das Immunsystem und bekämpfen Entzündungen. Wie genau das funktioniert, kannst du in diesen Artikeln von mir nachlesen:

Da ich in den ersten zwei Tagen nach der Operation nicht duschen durfte, und sogar eine Woche lang nicht baden, kam natürlich Wasser für das Kältetraining nicht in Frage. Allerdings sind im April morgens und abends die Temperaturen zum Teil noch recht frisch, so dass sich das problemlos leicht bekleidet draußen durchführen ließ. Und wenn ich abends auf der Couch saß, dann durften die Kühlakkus aus dem Eisfach die Beine kühlen. Resultat: Die behandelnde Ärztin war bei jedem der einzelnen Kontrolltermine sehr angetan von der Heilung. Im übrigen auch von der Ernährung und der Nahrungsergänzungsmittel.

Ruhe – ein nicht zu vernachlässigender Faktor!

Bitte unterschätze nicht die Schwerstarbeit, die dein Körper nach einer Operation leisten muss. Sowohl zur Heilung der betroffenen Stellen, als auch z. B. beim Abbau der Narkosemittel und Medikamente. Gönne dir die Ruhe, die dein Körper fordert! So hart es manchmal ist, dass man selbst zum lesen zu müde ist, es ist wichtig. Ich hatte vor der Operation überlegt, dass im Nachgang eine gezielte Entgiftung sinnvoll sein könnte, unter anderem wegen der Narkosemittel. Ich habe gelassen. Denn eine Entgiftung bedeutet weitere harte Arbeit für den Körper, die ich mir in dem Moment nicht hätte zumuten wollen. Der Fokus lag ganz klar auf der Heilung.

Die komplette Umarbeitung der verödeten Venen zu Bindegewebe, die im Körper verblieben sind, wird übrigens bis zu einem Jahr dauern! Jetzt, gut zwei Monate nach der Operation, merke ich, dass mein Energielevel wieder weitestgehend auf Normalniveau ist – oder wenn durch andere Themen wie Stress und zu wenig Schlaf beeinträchtigt ist. Aber du siehst, es ist selten innerhalb der kurzen Zeit der Krankschreibung erledig, weshalb es wichtig ist, dass du auf deinen Körper hörst und ihm gibst, was er braucht. Egal ob Sonne, Vitamine und Mineralien, Schlaf – oder einfach eine gute Runde Sport und Mediation.

Fazit: Du kannst die Heilung deines Körper nach einer Operation gezielt unterstützen!

Wie du siehst, kannst du sehr viel dafür tun, dass sich dein Körper nach einer Operation bestmöglich erholt. Natürlich ist nicht jede Operation gleich, und nicht immer sind alle diese Maßnahmen oben direkt oder zusammen möglich. In meinem Fall war zum Beispiel kein Einsatz von Antibiotika notwendig (zum Glück!), sonst hätte ich beispielsweise sofort mit dem Start der Antibiotika noch Prebiotika eingenommen. Auch ist immer auf eine potentielle Wechselwirkung mit Medikamenten zu achten, wie  beispielsweise bei dem Bromelain. Es gibt aber immer Mittel und Wege, diverse Optionen für sich zu nutzen. Idealerweise muss man natürlich nie operiert werden, aber trotz all der gesunden Ernährung und Lebensweise, lässt sich das manchmal nicht verhindern.

In dem Sinne: Bleib gesund!

 

PS: Wenn du Tipps und Tricks zur Heilung hast oder selbst Erfahrungen mit einem der Tipps oben, dann lass mir sehr gerne einen Kommentar hier! Und wenn du jemanden kennst, dem in nächster Zeit eine Operation bevorsteht, dann freue ich mich, wenn du den Artikel teilst.

Literaturverzeichnis

1) Deutsche Gesellschaft für Angiologie, https://www.dga-gefaessmedizin.de/patienten/venenerkrankungen/krampfadern.html (13.04.19)

2) Kirk L. English, Douglas Paddon-Jones (2012); Protecting muscle mass and function in older adults during bed rest; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3276215/ (13.04.19)

3) Alan N. Gould, Geoffrey P. Candy (2016); The Role of l-Arginine in Wound Healing; https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-319-26009-9_45 (13.04.19) 

4) Douglas MacKay, ND, and Alan L. Miller, ND; Nutritional Support for Wound Healing, Alternative Medicine Review, Volume 8, Number 4, 2003; S. 359ff; http://altmedrev.com/archive/publications/8/4/359.pdf (14.04.19)

5) Philip C. Calder; Nutrients (2010); Omega-3 Fatty Acids and Inflammatory Processes; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3257651/ (14.04.19)

6) de Wilde MC, van der Beek EM, Kiliaan AJ, Leenders I, Kuipers AA, Kamphuis PJ, Broersen LM.; J Alzheimers Dis. (2010;21(4):1271-81) Docosahexaenoic acid reduces amyloid-β(1-42) secretion in human AβPP-transfected CHO-cells by mechanisms other than inflammation related to PGE₂.; https://www.researchgate.net/publication/49839582_Docosahexaenoic_Acid_Reduces_Amyloid_Production_via_Multiple_Pleiotropic_Mechanisms (14.04.) 

7) Teruo Inoue MD, Hiroshi Komoda MS, Toshihiko Uchida MD, Koichi Node MD; Journal of Cardiology Volume 52, Issue 2, (October 2008, Pages 127-132); Tropical fruit camu-camu (Myrciaria dubia) has anti-oxidative and anti-inflammatory properties; https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0914508708001500 (20.04.19)

8) Omer WaleedMajid BDS, MSc, FIBMS, Bashar AdilAl-Mashhadani BDS; Journal of Oral and Maxillofacial Surgery Volume 72, Issue 6 (June 2014, Pages 1043-1048); Perioperative Bromelain Reduces Pain and Swelling and Improves Quality of Life Measures After Mandibular Third Molar Surgery: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Clinical Trial; https://www.researchgate.net/publication/260484523_Perioperative_Bromelain_Reduces_Pain_and_Swelling_and_Improves_Quality_of_Life_Measures_After_Mandibular_Third_Molar_Surgery_A_Randomized_Double-Blind_Placebo-Controlled_Clinical_Trial (02.05.19)

9) Vidhya Rathnavelu, Noorjahan Banu Alitheen, Subramaniam Sohila, Samikannu Kanagesan, Rajendran Ramesh; Biomed Rep. (2016 Sep; 5(3): 283–288); Potential role of bromelain in clinical and therapeutic applications; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4998156/ (02.05.19)

10) King JC., American Journal of Clinical Nutrition, (2011;94(2):679S-684S); Zinc: an essential but elusive nutrient. https://www.researchgate.net/publication/51454093_Zinc_An_Essential_but_Elusive_Nutrient (30.05.19)

11) Niels Schulz-Ruthenberg, Sportärztezeitung 01/2017, S. 82-84; https://www.sportaerztezeitung.de/sporternaehrung-abo/articles/naehrstoffe-nach-op (30.05.19)

12) 

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Über den Autor

Miriam

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Ich heiße Miriam Hoffbauer, bin Jahrgang ’78 und ernähre mich seit Dezember 2014 kohlenhydratarm. Auf ketoVida teile ich meine Erfahrungen mit der ketogenen Ernährung und wie diese auch dir auf dem Weg zu einem gesunden und schlanken Leben helfen kann.

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