Neue Wege zum Glück

Romina ScalcoAllgemein, WissenKommentar schreiben

Neue Wege zum Glück (Photo by Riki Ramdani on Unsplash)

Ich heisse Romina Scalco und schreibe seit über 4 Jahren auf meinem Blog low-carb-blog.ch rund um das Thema Low Carb Ernährung, aber auch zum Thema Glücklichsein, Gewohnheiten und Mindfulness. Während meiner Abnehmreise habe ich vor allem gelernt, dass wir unser Glück nur allzu oft von unserem Gewicht abhängig machen und das ist alles andere als förderlich, wenn man glücklich sein möchte. Abnehmen und Glücklichsein liegt für mich nämlich sehr eng zusammen und es ist zu meinem Herzensthema geworden. Miriam durfte ich während unserer Ausbildung zum ganzheitlichen Gesundheits- und Ernährungscoach kennen lernen und schätze sie nicht nur als Kollegin, sondern auch als Freundin ungemein. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich hier auf ihrem Kanal etwas zu meinem Herzensthema erzählen darf!

Neue Wege zum Glück

Weihnachten steht unmittelbar bevor – und mit den Weihnachtsfeiertagen kommt auch das Jahresende mit grossen Schritten näher. In diesen Tagen wohnt für mich ein Zauber inne; man reflektiert über das alte Jahr, was gut war und was weniger und man kann Energie tanken und die Zeit zum Träumen und Planen nutzen. Was möchte ich im neuen Jahr besser machen? Was sollte sich ändern? Es ist die Zeit der Neujahrsvorsätze.

Neujahrsvorsätze: Zum Scheitern verurteilt

Doch wusstest du, dass 92% der Menschen mit ihren Neujahrsvorsätzen scheitern? Ich denke, die meisten unterschätzen die Zeit, die Arbeit und die enorme Willenskraft, die es braucht, um neue Gewohnheiten zu etablieren. Und vielleicht investieren sie Zeit in Vorsätze, die eigentlich gar nicht zu ihnen passen, sondern zu einem Typ Mensch gehören, der sie gerne wären, aber eigentlich nicht sind.

Beispiel: Als ich noch studierte, wollte ich unbedingt einer dieser hervorstechenden Fachgenies werden. Ich las also jede Fachzeitschrift, die mir unter die Finger kam – auch wenn es mich eigentlich gar nicht wirklich interessierte. Ich investierte so viel Zeit und Energie in etwas, das eigentlich gar nicht meinem Wesen entsprach. Das zeigte sich darin, dass ich mich jedes Mal enorm überwinden musste, um die Zeitschriften zu lesen. Ich hatte einen inneren Widerstand, doch ich ignorierte ihn – denn mein Kopf wollte das jetzt, egal ob ich in meinem Inneren genau wusste, dass das nichts für mich war.

Sollten wir also gar keine Neujahrsvorsätze mehr machen?

Neujahrsvorsätze sind etwas Grossartiges. Sie können dein Leben verändern! Aber dafür sollten wir uns intensiver mit uns und unseren Wünschen beschäftigen, als beim Anstossen an Sylvester zu brüllen: Nächstes Jahr werde ich mich endlich gesund ernähren! Oder: Nächstes Jahr nehme ich endlich ab!

Solche kurzgefassten, unüberlegten Vorsätze sind in der Tat zum Scheitern verurteilt. Wenn es dir aber mit einem Vorsatz wirklich ernst sein sollte, dann lass mich dir zuerst ein paar wichtige, intensive Fragen stellen.

Starte mit den grundlegenden Fragen

Wenn du diesen Drive vom Jahreswechsel wirklich nutzen möchtest, um dein Leben positiv zu verändern, dann habe ich ein paar Tipps für dich. Doch bevor wir damit loslegen, möchte ich dir zuerst ein paar grundlegende Fragen stellen.

Für diese Fragen solltest du dir wirklich Zeit nehmen. Schnapp dir einen Stift und Papier und lass dir Zeit beim Beantworten dieser Fragen. Und schreib dir deine Antworten auf!

Frage 1: Was für ein Mensch möchte ich sein?

Frage 2: Was für ein Leben möchte ich führen?

Diese Fragen sind sehr spannend und können dir vieles klar machen. Aber pass auf: Wenn dir eine Antwort in den Sinn kommt, hinterfrage sie: Will ich das wirklich? Will ich das wirklich für mich? Denn nur allzu oft spielt uns hier unser Ego einen Streich und wir wollen Eigenschaften oder Errungenschaften, um die Erwartungen von anderen oder von uns selbst zu erfüllen – aber nicht, weil wir etwas von Herzen möchten. Frage dich: Wenn mir niemand zusehen würde, wenn niemand etwas von mir erwarten würde, würde ich es trotzdem noch wollen? Wenn es mir an nichts fehlen würde (weder an Zeit, Geld, oder sonstigen Ressourcen) – würde ich es auch noch machen wollen?

Denn oftmals spielen uns alte Überzeugungen und negative Glaubenssätze, die wir seit unserer Kindheit mit uns herumtragen, da einen gewaltigen Streich. Bestes Beispiel dafür ist das Gefühl oder die Überzeugung, erfolgreich sein zu müssen. Was bedeutet “erfolgreich sein” für dich überhaupt? Warum willst du erfolgreich sein? Warum glaubst du, erfolgreich sein zu müssen? Bist du der Überzeugung, dass du erst dann etwas Wert bist, wenn du Erfolg hast?

Mach mal folgendes Gedankenspiel: Angenommen, du kommst als Alien auf den Planeten Erde. Du wüsstest nichts über unsere Gesellschaft. Wenn du mit ganz “frischen” Augen an das Thema herangehen könntest: Was wäre Erfolg für dich? Was würdest du als absolut erstrebenswert ansehen?

Vergleiche deine Ziele mit dem Hier und Jetzt

Wenn du jetzt deine Antworten auf die grundlegenden Fragen anschaust: Vergleiche diese mit dem Punkt, wo du dich hier und jetzt gerade befindest. Was brauchst du, um dahin zu gelangen? Was musst du tun? Was brauchst du?

Das sind vielleicht neue Gewohnheiten, die du für deine Ziele implementieren solltest, Wissen, das du noch aufbauen musst. Wenn du zum Beispiel gesund und schlank sein möchtest und du jetzt keine gesunde Essgewohnheiten hast und nicht zum Sport gehst, dann frage dich: Was brauchst du, um dahin zu kommen? Wie sieht eine gesunde Essgewohnheit für mich aus? Was brauche ich dafür?

Daraus kannst du dann ganz konkrete Schritte ableiten, die du im neuen Jahr gezielt angehen und umsetzen kannst. Versuch aber, diese Schritte so konkret wie möglich zu formulieren und so herunterzubrechen, dass du sie in deinen Alltag einbauen kannst.

Um beim oben genannten Beispiel zu bleiben: Schreib nicht nur auf, dass du dich gesünder ernähren willst, sondern auch, wie das für dich aussieht. Konkrete Massnahme wären da zum Beispiel: Jeden Sonntag einen Wochenplan erstellen. Zeit fürs Einkaufen und fürs Kochen freischaufeln.

Folge der Freude und der Neugier

Wenn du unsicher bist, ob deine Antworten auf die beiden oben gestellten Fragen wirklich deine Antworten sind und ob sie wirklich zu dir passen, kannst du deinen Bauch zu Hilfe nehmen.

Fühle dich mal hinein, in deine Antworten. Stell dir vor, wie es wäre, wenn du all das schon erreicht hast. Wie fühlt sich das an? Hast du dabei ein wohliges Gefühl? Bist du entspannt, oder sogar von Freude und Aufgeregtheit durchzogen? Oder fühlt es sich eher schwer oder etwas unbequem an?

Ein gutes Bauchgefühl ist der beste Kompass, den du haben kannst. Zwei Gefühle sind aber ebenfalls wunderbare Entscheidungshilfen: Freude und Neugier. Alles, was dir Freude bereitet und was dich neugierig macht, lohnt sich, weiter verfolgt und genauer angeschaut zu werden. Wenn du da etwas für dich findest, das eines oder beide Gefühle hervorruft bei dir, dann solltest du da unbedingt dranbleiben. Freude und Neugier bringen dich automatisch, früher oder später, zum Glück.

Was macht dich glücklich oder unglücklich?

Das führt uns zu einer weiteren, sehr wichtigen Übung: Weisst du überhaupt, was dich glücklich macht? Leider ist es so, das wir meist ganz genau wissen, was uns unglücklich macht, aber vergessen haben, was uns wirklich Freude bereitet.

Wenn du magst, probier es doch mal aus und starte zwei Listen: Eine Liste für Dinge, die dir ein gutes Gefühl geben, die dich glücklich machen. Und eine weitere, für alles, was dir nicht gut tut, dir Energie raubt und dich unglücklich macht. Ich wette, die zweite Liste wird (zumindest am Anfang) deutlich länger sein als die erste.

Du kannst dir auch mal überlegen, wann du zuletzt so glücklich warst, dass dein Herz so richtig überflutet war von Freude und Glückseligkeit. Wann warst du so happy, dass dein Herz vor Freude gehüpft ist?

Wenn es dir so geht wie mir, als ich diese Übung zum ersten Mal gemacht habe, dann hast du vielleicht Schwierigkeiten damit, überhaupt etwas zu finden, das dich glücklich macht. Oder dich an etwas zu erinnern, wo du zuletzt so glücklich warst. Das ist zwar im ersten Moment erschreckend und auch etwas traurig, aber leider geht es ziemlich vielen Menschen so. Mach dir nichts draus. Du arbeitest ja jetzt daran, genau da etwas zu verändern :-)

Überlege dir mal, was du als Kind im Alter zwischen 8 und 12 gerne gemacht hast. Womit hast du deine freie Zeit verbracht? In diesem Alter konnten wir meist noch unserem inneren Kompass folgen und wurden von aussen meist noch nicht so stark beeinflusst.

Nutze dein Wissen

Wenn du diese Übungen bis hierher durchgearbeitet hast, dann hast du jetzt bestimmt schon eine Menge über dich gelernt. Nutze dieses Wissen! Denn jetzt hast du viele Hinweise, was du mit deiner Zeit machen möchtest. Du weisst, was dir nicht gut tut und weisst dafür, was dir Spass macht.

Jetzt liegt es an dir: Plane aufgrund deiner Erkenntnisse deine Vorsätze fürs neue Jahr! Am besten ist, du schreibst dir mal auf, wie du aktuell deine Tage verbringst und wofür du deine Zeit verwendest. Denn neue Gewohnheiten brauchen vor allem eines: Zeit.

Also sei dir bewusst, dass du für eine neue Gewohnheit eine alte gehen lassen musst, denn du musst Zeit für die neue Gewohnheit schaffen. Was kannst und willst du von deinem bisherigen Tagesablauf opfern, um etwas Neuem Platz zu machen?

Zusammenfassung

Das war jetzt ziemlich viel Input in wenig Zeit. Also lass uns all das nochmals in einzelne Schritte zusammenfassen:

Schritt 1: Mach dir bewusst, was du im neuen Jahr willst und wer du sein möchtest.

Schritt 2: Hinterfrage diese Antworten, ob du das wirklich für dich möchtest.

Schritt 3: Vergleiche deine Ziele mit dem Punkt, wo du jetzt gerade stehst. Was brauchst du, um dahin zu kommen? Leite dir konkrete Massnahmen ab, die du in deinem Alltag umsetzen kannst.

Schritt 4: Was macht dich glücklich, was unglücklich? Mach dir das bewusst und zu nutze! Um glücklich sein zu können, sollten wir logischerweise das, was uns unglücklich macht, reduzieren und das, was uns glücklich macht, vermehrt in unser Leben holen.

Schritt 5: Folge der Freude und der Neugier – sie sind tolle Kompasse zum Glück!

Schritt 6: Nutze dein Wissen und gestalte damit einen Tagesablauf, in dem deine neuen Gewohnheiten Platz finden, Positives mehr Platz erhält und Negatives reduziert oder sogar eliminiert wird.

Denn dein Tag wird zu deiner Woche, deine Woche zu deinem Monat und dein Monat zu deinem Jahr. Wähle also weise, wie du jeden einzelnen deiner Tage gestaltest!

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Ich hoffe, ich konnte dir damit ein paar Inputs geben, wie du auf eine neue Art und Weise deine Jahresplanung angehen kannst und damit wirklich im neuen Jahr etwas Positiv und langanhaltend verändern kannst!

Wenn du mehr zum Thema Glücklichsein wissen möchtest und wie man gesunde Gewohnheiten in sein Leben implementiert, dann ist mein neu erschienenes Buch “Schlank gleich glücklich?“ vielleicht ja etwas für dich:

Schlank gleich glücklich? Was Abnehmen mit Glücklichsein zu tun hat von Romina Scalco

Miriam hat auch schon eine Rezension dazu geschrieben.

Was hast du dir fürs neue Jahr vorgenommen? Und was sind die konkreten Massnahmen, die du dir dafür vorgenommen hast?

Lass es uns über einen Kommentar wissen, wir sind gespannt!

Ich wünsche dir wundervolle Weihnachtstage und viel Spass beim Planen deiner neuen Gewohnheiten :-)

Alles Liebe,
Romina

Über den Autor

Romina Scalco

Romina Scalco hat nach unzähligen fehlgeschlagenen Diäten und gesundheitlichen Problemen mit Low Carb die Lösung für sich gefunden. Endlich hat sie es geschafft, abzunehmen und ihr Gewicht ohne Probleme zu halten. Seit 2013 schreibt sie auf ihrem Low Carb Blog über die Tricks & Kniffe der Low Carb Ernährung und wie Du diese dank leckeren Rezepten selbst in Deinem Alltag umsetzen kannst. Ihr Motto: Es gibt nicht DIE Ernährungsform für alle. Finde Deinen persönlichen Weg.

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